Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

100 Jahre Zündapp


Eine Geschichte wie eine Sinuskurve

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Die wechselvolle Geschichte von Zündapp gleicht der anderer deutscher Motorrad- und Automobil-Hersteller bis zu ihrer Aufgabe. Erfolg und technische Entwicklungen stellen sich wie eine Sinuskurve in den folgenden Dekaden nach der Gründung bis zur Werksschließung dar. »Zünder und Apparatebau GmbH«, dafür steht das Akronym Zündapp, dessen Ursprung nun genau 100 Jahre alt ist. 1917, es herrscht der erste Weltkrieg. Der in Nürnberg beheimatete Unternehmer Fritz Neumeyer gründet mit der Friedrich Krupp AG (Essen) und der Firma Gebr. Thiel (Ruhla/Thüringen) eine Firma zur Herstellung von Artilleriezündern für die Rüstungsindustrie.

Die Erfolgsgeschichte endet jedoch bereits schon ein Jahr später mit dem Ende des ersten Weltkriegs. Nach dem Ausscheiden der beiden Partnerunternehmen ist Neumeyer als Alleingesellschafter für die Fortführung des Namens Zündapp verantwortlich. Um die Firma überleben zu lassen, fertigt er Schreibmaschinen, Schrauben sowie Anlasser und Lichtmaschinen für Kraftfahrzeuge.

Neumeyer erkennt während eines Besuchs der Berliner Automobil- und Motorradausstellung 1921 den Bedarf an Mobilität

Dafür geeignet erscheint ihm ein preiswertes Motorrad. In dem nun umfirmierten Unternehmen »Zündapp Gesellschaft für den Bau von Special-Maschinen mbH« beginnt, dank Fließbandproduktion, eine erfolgreiche Motorradfertigung. Das erste »Motorrad für Jedermann«, Z22, mit 211 cm³, 2-Taktmotor (1,8 kW/2,5 PS) und Riemenantrieb.

Neumeyer versucht sich auch immer wieder im Automobilbau, leider erfolglos. Eine Lizenznahme für einen »kleinen Rover« scheitert bereits im Jahr 1924 an den Voraussetzungen der Produktion. Kleinstlieferwagen folgen mit mäßigem Erfolg auf das kostspielige Experiment eines »Volkswagens«. Die drei gebauten Prototypen des Porsche Typ 12dienen wenig später dem Nationalsozialistischen Regime für den Bau des Volkswagen Typ 1 »Käfer«. Zur gleichen Zeit entwickelt Zündapp für das Reichsluftfahrtministerium einen leistungsfähigen Flugzeugmotor.

Doch das Rückgrat von Zündapp bleibt der Zweiradbau: Die KS 601 (KS = Kardan-Sport „Grüner Elefant“), 1950–57, 600-cm³-2-Zylinder-4-Takt-Boxer. Der Motorroller Bella (1953-64), Mofas, Mopeds, Mokicks, Roller, Kleinkrafträder (50 cm³) und Leichtkrafträder (80 cm³) KS 80, alle mit 2-Taktmotoren. Erfolgreich produziert Zündapp auch Nähmaschinen und Rasenmäher.

Dornier Delta

Erst mit dem Auslieferungsbeginn des ersten Zündapp Janus im Juni 1957 startet mit nur sehr kurzer Produktionszeit ein weiterer Versuch Zündapp Automobile zu etablieren. Nach nur 6.902 Exemplaren endet bereits 1958 die Produktion. Der Janus basiert auf dem Dornier Delta, einer Idee von Claudius Dornier jr. und konstruiert von Erwin Hymer (Wohnwagen- bzw. Reisemobilhersteller). Gleichzeitig findet der Umzug der gesamten Produktion von Nürnberg nach München statt. Am 26. Oktober 1986, nach dem Konkurs, werden die gesamten Produktionsanlagen von der Tianjin Motorcycle Co. gekauft und in die Volksrepublik China verschifft. Zündapp bleibt vielen meist nur als Zweiradproduzent in Erinnerung.

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