Wenn der Airbag SOS meldet


Notrufsystem von Citroën und Peugeot wird innerhalb Europas weiter verbreitet

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Der größte und mit Sicherheit auch am schwierigsten zu berechnende (Un)sicherheitsfaktor beim Automobil ist der Fahrer oder die Fahrerin. Da können findige Ingenieure noch so viele Warn- und Eingreifsysteme erfunden haben, wenn der Mann oder die Frau hinter dem Steuer schlicht und ergreifend pennt, dann ist es meist passiert: Es hat gekracht. Zwar sagen (fast) alle Hersteller bestimmter Assistenzsysteme, dass «wir den Fahrer nur unterstützen, aber nicht aus seiner Verantwortung entlassen wollen», aber vielfach ist das Zusammenspiel zwischen menschlicher Unzulänglichkeit und ausgefeilter Technik eben nicht in der Lage, die Insassen eines Pkw unfallfrei und sicher von Punkt A nach Punkt B zu bringen.

Citroen 3

Da Unfälle also leider nicht völlig vermeidbar sind, gilt es, auch ihre Folgen weitestgehend abzumildern. So verringern eine immer größer werdende Anzahl von Airbags oder Rückhaltesystemen die Schwere der Verletzungen bei Unfällen. Die beiden französischen Hersteller Citroën und Peugeot sind noch einen Schritt weiter gegangen. In vielen Fahrzeugen mit dem «double chevron» oder dem «Löwen» können die Fahrzeugführer jetzt zusätzlich selbständig die Rettungsdienste herbeirufen und auf diesem Weg die Versorgung der Unfallopfer beschleunigen. Das klingt nicht sonderlich spektakulär, doch das Besondere und bisher Einzigartige dabei ist: Die Rettungsdienste erfahren aufgrund eines neuen Notrufsystems jetzt genau, wo sie hinfahren müssen, und zwar durch eine genaue Übertragung der GPS-Koordinaten des Unfallortes.

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Voraussetzung dafür ist die Ausstattung des Automobils der Marken Citroën oder Peugeot mit NaviDrive. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein System, das Navigation, Audioanlage und Telefon in einem Gerät vereint. Vorliegen muss auch ein Citroën- oder Peugeot-Notrufvertrag, der beim Kauf des Fahrzeugs kostenlos abgeschlossen wird. Außerdem muss eine aktivierte SIM-Karte im Gerät stecken.
Und so funktioniert das Notrufsystem:

Die Auslösung eines Airbags oder Gurtstraffers bewirkt einen automatischen Notruf.

Wenn der Airbag nicht ausgelöst hat und auch, wenn der Fahrer nur unbeteiligter Zeuge eines Unfalls ist, lässt sich der Notruf auch einfach durch Druck auf den roten SOS-Knopf am Gerät auslösen. Bei Auslösung des Notrufes erstellt das NaviDrive-Gerät automatisch eine SMS mit den wichtigsten Angaben über das Fahrzeug und dessen Standort. Diese wird weiter geleitet an eine Notrufzentrale, in der die übermittelten Daten verarbeitet werden. Von dort aus können die Rettungsdienste alarmiert und äußerst präzise zum Unfallort geleitet werden. Über das GSM und die im Fahrzeug angebrachten Lautsprecher kann die Rettungsstelle sogar Kontakt zum Absender des Notrufes aufnehmen und alle notwendigen Informationen zur zielgerichteten Hilfe erfragen.

Seine Stärken könnte das System etwa bei nächtlichen Alleinunfällen auf abgelegenen Straßen haben. So ereignen sich etwa in Frankreich mehr als ein Drittel aller Unfälle mit Personenschaden nachts, von denen mehr als die Hälfte ohne andere Fahrzeuge geschehen. Dadurch können viele Opfer nicht bemerkt und demzufolge auch nicht geborgen werden. So verstreicht wertvolle Zeit, die für manchen Verunfallten tödlich enden kann. Das PSA-Notrufsystem funktioniert außer in Deutschland auch in Frankreich und Italien und soll in Zukunft auch auf weitere europäische Länder ausgedehnt werden.

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