Knicklenker: Gute Wendigkeit auf kleinem Raum


Extrem selten – und teuer

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Knicklenkung? Damit bieten land- oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge optimale Wendigkeit auf kleinem Raum und ermöglichen effizientes Arbeiten, auch am Steilhang. In Kleinserien wurden allerdings ausschließlich Geräteträger von Fendt und Unimog von Mercedes-Benz zu Knicklenkern umgebaut und zwei dieser extrem seltenen Maschinen – ein Fendt GT 360/S und ein Uniknick UK 60 – fahren heute in der Oberpfalz.

Fendt baute 1984 die Geräteträger Baureihe GT/GTA 300 und entwickelte dafür eine Knicklenkung – der Umbau wurde allerdings der Spezialmaschinenfirma Tünnißen & Stocks im westfälischen Neukirchen-Vluyn überlassen. Auf fünf komplett angelieferte Kommunalfahrzeuge 360 GT mit luftgekühltem, 44 kW/60 PS starkem Deutz-Dreizylinder und Hinterradantrieb wurden 1991 nach Kundenwünschen von Werner Tünnißen selbst gefertigte oder Original-Fendt-Neuteile montiert.

Das 21/6 Getriebe bekam einen Nebenantrieb und die elektrisch zuschaltbare Vorderachse stammte vom Allrad-Modell 365 GT. Für die Knicklenkung wurde ein spezielles Hydraulik-System montiert und auf den nun beweglichen Vorderwagen kam der verstärkte Industriefrontlader Fendt 3 S mit einer Vier-in-Eins-Schaufel.  

Durch die Kombination der Knicklenkung mit der weiterhin lenkbaren Vorderachse reduzierte sich der Wendekreis des GT 360/S auf weniger als sechs Meter und der Geräteträger kann auf weichem Untergrund auch im »Hundegang« mit parallel nebeneinander liegenden Fahrspuren gefahren werden. 

Auf der Straße ist die Benutzung der Knick-lenkung jedoch nicht erlaubt und diese wird dann blockiert.

Der weitgehend originalgetreue Geräteträger hat jetzt mit Martin Bodensteiner erst den zweiten Besitzer und der setzt als Nebenerwerbslandwirt den GT 360/S noch aktiv ein. Bis zu 100.000 Euro wurden dafür schon geboten – verkauft wird er aber (vorerst) nicht. 

Der Uniknick UK 60 wurde vom Forstmaschinen-Hersteller Werner in Trier auf Basis des Unimog 421 gebaut. 

Der wassergekühlte, 44 kW/60 PS starke Vierzylinder-Diesel OM 616, das DB-Getriebe Typ G 2×4, das Fahrerhaus mit Planen-Verdeck des U421 und dessen vordere Rahmenhälfte wurden durch das vom U406 stammende hintere Rahmenteil sowie die starre Hinterachse ergänzt und eine solche Starrachse wird auch als Vorderachse eingesetzt.

Für den Einsatz als Rückefahrzeug sind Front- und Heckpolter, eine Gloggler-Doppelwinde und ein Schutzrahmen über dem Fahrerhaus montiert. 

Anders als beim Forstunimog, erlaubt der Uniknick UK 60 das Positionieren des Polters allein durch die Lenkbewegung. Bei Straßenfahrt verläuft der Fahrkurs jedoch mehr oder weniger bogenförmig. Michael Meckl aus Eslarn, dessen Onkel 1975 den Uniknick UK 60 für etwa 80.000 D-Mark erwarb, hat ihn perfekt restauriert. So ist er heute als „einer von drei, die von 12 gebauten noch bekannt sind“ nach einem Oldtimer-Gutachten rund 100.000 Euro wert.

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