Vorsicht, Ermüdung!


Elektronische Helfer gegen eine unterschätzte Gefahr

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Vor zehn Jahren hat Mercedes-Benz den Müdigkeitswarner ATTENTION ASSIST als Weltpremiere vorgestellt. Das Assistenzsystem kann typische Anzeichen von Müdigkeit erkennen und zu einer Pause auffordern.

Ab 2022 pflicht in allen in der EU zugelassenen Neuwagen

Der Fahrer wird gleich zweifach gewarnt: Neben einem akustischen Signal weist ihn eine Kaffeetasse im Display darauf hin, dass eine Pause dringend erforderlich ist. Zuvor haben über 70 Parameter den Zustand des Fahrers überwacht und ausgewertet. Gewarnt wird, wenn das System drohende Müdigkeit erkennt, der Ernstfall aber noch nicht eingetreten ist. Der Aufmerksamkeitsassistent, hier am Beispiel des ATTENTION ASSIST von Daimler, soll gegen eine immer noch oftmals unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr mitwirken. Müdigkeit am Steuer ist eine häufige Unfallursache – allein 2019, so das Institut Statista, wurden über 2.000 Unfälle mit einem solchen Hintergrund registriert. 2022 ist ein elektronischer Müdigkeitswarner verpflichtend für alle in der EU zugelassenen Neuwagen.

Volvo setzt nicht nur auf ein akustisches Signal, sondern konsequent aufs Sprechen: Indem so viele Funktionen wie möglich im Auto per Sprachsteuerung aktiviert werden, können die Hände am Lenkrad bleiben und werden nicht für Tasten oder Knöpfe benötigt. 

Nicht nur auf Sprache, sondern auf einen virtuellen Beifahrer setzt das Projekt »Technologie für automatisiertes Fahren nutzergerecht optimiert« (Tango). Der Blick richtet sich dabei auf Lkw und die SAE-Level 2 und 3 des automatisierten Fahrens. Bei Level 2 muss der Fahrer jederzeit, bei Level 3 jederzeit nach Aufforderung wieder das Steuer übernehmen können. Der virtuelle Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistent soll den Fahrer während der Fahrt immer in Beschäftigung halten. Nebenaufgaben, die das erreichen, können ganz verschieden sein: Neben dem Hören von Musik oder Hörbüchern soll er Filme anschauen, Mails lesen oder Nachrichten schreiben können. Müdigkeitssignale wie häufiges Blinzeln oder zufallende Augen sollen nicht nur erkannt werden, auch ein aktives Eingreifen vorübergehend möglich sein. 

Deutlich wird aber. Keines der elektronischen Systeme ersetzt die menschliche Aufmerksamkeit. Regelmäßige Pausen und eine darauf ausgerichtete Streckenplanung können Müdigkeit verhindern, bevor die Kaffeetasse im Display warnt.

Volvo: Sprachsteuerung im konventionellen Cockpit.

 

Quelle und Fotos Daimler, Volvo

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