Das zweite Leben der Traktionsbatterien


Vom Bus zur Tram

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Das Problem ist ebenso bekannt wie alltäglich: Nach mehreren Jahren im Einsatz verlieren Akkus einen Teil ihrer Speicherkapazität, so dass die Verwendung im Fahrzeug unattraktiv wird. So gilt das »Zweite Leben« (Second life) für Traktionsbatterien als wichtiger Baustein, um Elektromobilität ökologisch und wirtschaftlich zu gestalten. Ausgemusterte Akkus aus den Elektrobussen von Mercedes werden weiterverwendet, sie bekommen ein zweites Leben.

Im Modellprojekt GUW+ entsteht ein stationärer Energiespeicher auf Basis von Batteriesystemen, die zuvor in vollelektrisch angetriebenen eCitaro Stadtbussen zur Anwendung kamen. Die Entwicklung und Umsetzung der 2nd-Life-Anwendung übernimmt die Mercedes-Benz Energy GmbH in Kamenz (Sachsen).

 

Ziel ist ein
geschlossener
Materialkreislauf

Wie das funktionieren kann, zeigen die Hannoverschen Verkehrsbetriebe mit einem Projekt:
Hier kommen die Batterien aus dem Elektrobus von Daimler, dem E-Citaro, zum Einsatz – als stationäre Energie-
speicher in einem Gleichrichter-Unterwerk.
Dort dienen sie als Puffer zur Nutzung der anfallenden Rekuperationsenergie im Rahmen des Stadtbahnbetriebs und ermöglichen den Ausgleich von Lastspitzen. Zunächst kommen 20 Batteriesysteme aus der Erprobungsphase des elektrischen Omnibusses zum Einsatz, die eine Kapazität von 500 kWh bieten.
Erst dieser Zweit-Karriere als stationärer Energiespeicher folgt, ganz am Ende des Lebenszyklus, das Recycling. Ziel der Verfahrensweise ist ein geschlossener Materialkreislauf.

Von der Straße in den Energiespeicher: Batterien aus dem vollelektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eCitaro können nach der Nutzung als Traktionsbatterien im Omnibus ein zweites Leben in stationären Energiespeichern antreten. Fotos: Daimler

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