Toyota iQ: Sitzen mit Köpfchen


Nur 30 Zentimeter länger als ein smart, aber Platz für drei Erwachsene und ein Kind

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Nur 30 Zentimeter länger als ein smart, aber Platz für drei Erwachsene und ein Kind: Das verspricht der neue Toyota iQ. Der Winzling streckt sich – ganz lang gezogen – von Stoßstange zu Stoßstange auf 2,99 Meter Länge.

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Erst beim Maßnehmen der Breite und Höhe merkt man, dass die japanischen Ingenieure doch ein Auto und kein Bobby-Car im Sinn hatten. Mit einer Breite von 1,68 m und einer Höhe von 1,50 m erfüllt der Kleine die gängigen Werte.

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Und trotzdem: Vier Personen sollen in den automobilen Zwerg hineinpassen? Und bequem sitzen? Platz ist ja bekannterweise in der kleinsten Hütte, also die Türen geöffnet und hineingeschaut. Tatsächlich blickt man auf vier Sitze. Die drei erwachsenen Probanden mit den Längen von 1,85 m, 1,78 m und 1,58 m (mindestens) trauen sich hinein, erst zögerlich, dann verblüfft feststellend, da ist ja genügend Raum. Zugegeben: Der Platzkomfort kommt nicht an den einer Mercedes S-Klasse heran. Auch sind Personenschützer im Format von zwei- bis dreitürigen Kleiderschränken nicht die Zielgruppe, aber für so einen automobilen Zwerg geht es doch im Innenraum ganz komfortabel zu. Das ist gelungen, weil der Motorraum durch die Verwendung eines neuen Differenzials und einer veränderten Konstruktion der Lenkstange zugunsten des Innenraums kleiner ausfallen kann. Dass der Tank unterflurig angebracht ist, schafft ebenso Raum. Die Vordersitze selbst haben besonders flache Rückenlehnen – die Knie der Fondbenutzer freuen sich über vier Zentimeter Luftgewinn. Trotzdem ist das Gestühl bequem gestaltet. Für den meisten Komfortgewinn sorgt das asymmetrisch geschwungene Armaturenbrett. Das sieht nicht nur schick und trendy aus, sondern schafft Platz für die Beine des Beifahrers, der so weiter nach vorne rücken kann. Hinter ihm kann daher ein Erwachsener mitfahren. Der Platz hinter dem Fahrer ist dagegen für den Nachwuchs vorgesehen. Dieser sollte am besten noch nicht zu alt und vor allem nicht zu lang sein, sonst gibt es Konflikte zwischen der Fahrer-Rücksitzlehne und den Knie des Kindes. Am besten lässt man den Sitz gleich unbesetzt und nutzt ihn als Ablage für Jacken und Taschen. Schließlich ist der Kofferraum mit 32 Litern ein besserer Handtaschen-Aufbewahrungsort oder als Ersatz für das fehlende Handschuhfach zu verwenden. Legt man jedoch beide Rücklehnen um, ergibt sich ein Stauvolumen von 238 Litern.

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Natürlich kann man mit dem iQ nicht nur Sitzproben unternehmen, sondern sich von A nach B begeben. Für den Vortrieb stehen zunächst zwei Aggregate zur Auswahl. Der bekannte 1.0-Liter-Benziner mit 50 kW/
68 PS passt gut zu dem Stadt-Flitzer. Für die Spurtduelle von Ampel zu Ampel reicht der Dreizylinder. (Verbrauch: 4,3 Liter, CO2-Ausstoß 99 g/km). Der 1.4-Liter Diesel mit 66 kW/90 PS ist flott im Antrieb und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 190 Nm (Verbrauch: 4 Liter, CO2-Ausstoß: 106 g/km). Für die Sicherheit sorgen neun Airbags, darunter ein Heck-Luftsack.

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Gar nicht klein ist der Preis. Ab 12.700 Euro steht der Kleine seit dem 24. Januar beim Händler, und kostet – vergleicht man die Ausstattungen – ungefähr so viel wie ein smart. Er ist damit kein Fahrzeug für knappe Haushaltskassen, sondern für Leute, die bereit sind für ein pfiffiges Autokonzept Geld zu investieren. Besonders wenn der Spagat zwischen (Raum-)Ökonomie und Ökologie gelungen scheint.

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