Spritsparen extrem: Die Peugeot-Umweltmeisterschaft 2010


Die ewige Suche nach dem B-Punkt

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Wer schafft die meisten Kilometer mit einer Tankfüllung? Darum ging es bei der Umweltmeisterschaft von Peugeot. Damit ja keiner schummeln konnte bei der Spritspar-Wettfahrt von Saarbrücken nach Barcelona, war Stefan Ehl von der KÜS rund um die Uhr als Oberschiedsrichter dabei. Und hat am Ende ganz schön gestaunt. Nicht nur über die 2.060 Kilometer, die das Siegerteam mit 60 Liter Diesel herausgefahren hat. Sondern auch über die Erfolgsformel der beiden Münchener.

Peugeot--Teams erfolgreich gestartet--1

Eisenharte Disziplin, anders wird das nichts, das war allen Teilnehmern von vornherein klar. Klimaanlage aus, trotz 30 Grad, nicht schneller als 90 km/h (wenn überhaupt), und das drei Tage lang. Dennoch hatten sich Tausende übers Internet beworben, ummitzumachen beim Spritspar-Marathon von Peugeot, Michelin, TOTAL und der KÜS. Acht Finalisten durften letztlich ran, mit einem Beifahrer ihrer Wahl.

60 Liter Diesel, exakt eine Tankfüllung – damit mussten die 16 Gaspedalkünstler in ihrem Peugeot 308 HDi FAP 110 mit EGS6-Schaltgetriebe möglichst sparsam von der Saar in die katalonische Metropole kommen. Wenigstens 1.200 Kilometer galt es laut Roadbook zurückzulegen vor dem Show-down auf einer Teststrecke: Dort drehten die Teams solange ihre Runden, bis auch das letzte Auto mit leerem Tank stehenblieb. Wer dann die meisten Kilometer auf der Uhr hatte, durfte sich über einen neuen Peugeot 3008 HDi im Wert von 28.000 Euro freuen. Platz zwei und drei wurden mit einem 308 und 207 belohnt. Es ging also um einiges. Und darum hatte Organisator Bernhard Voß, Sprecher der Peugeot Deutschland GmbH, beim Start unmissverständlich klargestellt: «Wer trickst, ist raus.»

Foto 1 - Start Saarbrücker Schloss

Damit es dazu erst gar nicht kommen konnte, wurden die Teilnehmerautos vom KÜS-Sachverständigen Stefan Ehl konsequent ge-gen Manipulationen gesichert. Tankdeckel und Motorraum, die beiden nahe liegendsten Zugänge zur Spritversorgung, hatte er für jeden sichtbar versiegelt. Ein weiteres weißes Siegel klebte auf dem Blech unter demrechten hinteren Sitzpolster, denn auch dort gelangt man zum Tank. Das vierte prangte auf dem OBD-Stecker für die Fahrzeug-Diagnose, um Eingriffe in die Motorsteuerung auszuschließen. Ebenfalls versiegelt, allerdings per Sekundenkleber: die Deckel der Reifenventile. Erhöhter Luftdruck senkt den Verbrauch.

Damit war es aber noch nicht getan: «Alle Fahrzeuge mussten mit exakt dem gleichen Ausgangsgewicht an den Start gehen: 1.310 Kilo», erklärt KÜS-Mann Ehl. Bei den etwas schwereren 308 mit Panorama-Glasdach flogen darum Reserverad, Bodenmatte und Gepäckraumabdeckung raus, bei den leichteren mit Blechdach kam ein großer Kanister Wasser als Zusatzgewicht in den Kofferraum. Auch der war versiegelt.

Foto 7 - Die Sieger

4,5 Liter beträgt der offizielle Durchschnittsverbrauch des Peugeot 308 HDi FAP 110 mit EGS6-Getriebe. Schon am ersten Tag hatten alle acht Teams diesen Verbrauch unterboten. «Alle Messinstrumente haben eine «3» vor dem Komma stehen», ermittelte Ehl beim ersten Check. Damit war früh klar: «Das wird ein echtes Herzschlagfinale!»

Wohl wahr: 2.060 km haben die Umweltmeister, Predrag Cavnic (24) und Murat Özdogan (25) aus München, geschafft. Macht einen Durchschnittsverbrauch von 2,9 Liter auf 100 km und einen CO2-Wert von 78 g/km! Ihr Erfolgsgeheimnis: «Finde den B-Punkt!». B wie Betriebspunkt, also der optimale Zeitpunkt zum Gangwechsel. Kaum schlechter als die beiden Münchener: die Zweit- und Drittplatzierten mit 2.010 und 1.958 Kilometern.

Foto 5 - Autos auf Strecke

Das schnellste Team brachte es auf einen Schnitt von 79 km/h. Stefan Ehl und Peugeot-Techniker Stefan Hoffmann dürfen sich rühmen, en passant selbst einen kleinen Rekord aufgestellt zu haben: Der Peugeot Bipper, mit dem sie als «Lumpensammler» hinter den Kombattanten herzuckelten, begnügte sich dank Ehls sachverständigem Gasfuß mit 3,4 Litern Diesel.

Foto 3 - PI am Auto

Foto 4 - Tankstutzen

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