Spiel-Mobil: Ein historisches Feuerwehrauto


Ein Ford Transit FK 1250 von 1964

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Tatütata – normalerweise schauen die Passanten ängstlich oder zumindest erschrocken, wenn ein rotes Auto mit Blaulicht und Sirene um die Ecke schießt. Doch wer mit diesem Einsatzwagen durch Köln fährt, der erntet allenfalls ein freundliches Lächeln. Das Martinshorn ein wenig heiser, die blauen Blitze eher ein schüchternes Blinken und das Tempo selbst bei Vollgas relativ gemütlich – so sieht man dem FK 1250 der Ford-Werksfeuerwehr schon auf den ersten Blick, dass seine letzte Dienstfahrt bereits ein paar Jahrzehnte her ist. Kein Wunder, schließlich stammt der Transporter aus dem Jahr 1964.

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Feuerrotes Spiel-Mobil

Dass er nicht längst verschrottet ist sondern als feuerrotes Spielmobil bisweilen noch einmal aus der Oldtimer-Garage darf, liegt an der langen Geschichte, die dieses Auto erzählen kann. Denn mit der FK-Baureihe hat in Köln die Transit-Saga begonnen, die bis heute fortgeschrieben wurde und gerade im 60. Jahr angekommen ist.

Sie beginnt 1953 mit dem Debüt des FK 1000, wobei das Kürzel schlicht für „Ford Köln“ und die Zahl für seine Nutzlast steht. Das Auto ist der kölsche Gegenentwurf zum legendären VW Transporter und startet gleich in vier Varianten als Kasten, Kombi, Kleinbus und Pritsche. Das Design mit rundlicher Schnauze und großen Kulleraugen ähnelt zwar dem Pendant aus Wolfsburg. Doch anders als der groß geratene Käfer-Bruder hat der Kölner Kasten seinen Motor vorn – und bietet deshalb deutlich mehr Laderaum, der obendrein einfach zu nutzen ist. Ab 1955 bietet Ford auch einen FK 1250 mit mehr Nutzlast an und stellt dem mageren 1,2-Motor mit 38 PS einen 1,5-Liter mit 55 PS zur Seite. Und 1960 taucht am Bug zum ersten Mal der Name „Transit“ auf, dem die Kölner allerdings noch ein „Taunus“ voranstellen.

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Der Eiltransporter aus Köln kommt bei der Kundschaft in Zeiten von Wiederaufbau und Wirtschaftsboom so gut an, dass allein von der ersten Generation bis 1965 über 250.000 Exemplare bestellt werden und Ford damit in eine arge Bredouille kommt. Denn die Fertigungsanlagen im Stadtteil Niehl ächzten ohnehin schon unter voller Auslastung. Aus diesem Grund beauftragte Ford den renommierten Spezialisten Drauz in Heilbronn mit der Herstellung der Karosserien, die anschließend 300 Kilometer den Rhein hinunter geschippert wurden.

Für normale Dienstfahrten nimmt den FK 1250 bei der Werksfeuerwehr aber schon lange keiner mehr. Das Blaulicht funktioniert zwar noch buchstäblich blendend und das Martinshorn klingt nach ein, zwei asthmatischen Aussetzern richtig frisch und frech. Doch wenn’s heute irgendwo brennt in der Ford-Fabrik, dann sind die Helfer nicht mehr mit 55 PS, 100 km/h und einer Nutzlast von 1.250 Kilogramm zufrieden. Sie haben den Schlüssel zu ihrem Oldtimer deshalb längst an die Klassikabteilung übergeben.

60 Jahre nach dem ersten Transporter aus Köln hat ihr Einsatzwagen heute bis zu 155 PS, kommt auf fast 160 km/h, kann mehrere Tonnen Ausrüstung schultern und lässt den FK 1250 aussehen wie ein etwas groß geratenes Spielzeugauto. Nur eines haben auch die aktuellsten Modelle in der Florians-Flotte mit dem feuerroten Spielmobil aus der Oldtimer-Sparte noch gemein: Auch auf ihrem Blech prangt stolz der Name Transit.

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