Reduzierter Rollwiderstand hilft beim Sparen


Leichtlaufreifen senken Spritverbrauch und Emissionen

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Es ist bislang kaum ins Bewusstsein der Autofahrer vorgedrungen: Sogenannte Leichtlaufreifen mit reduziertem Rollwiderstand helfen beim Spritsparen und damit auch bei der Minderung von Emissionen. Der beim luftgefüllten Reifen immer präsente Rollwiderstand entsteht im Wesentlichen durch die Reifenverformung im Bereich der Bodenaufstandsfläche.

Michelin Enery Saver mit optimiertem Rollwiderstand

Je höher der Rollwiderstand, um so mehr PS gehen verloren

Vermeidbar ist dieser Verlust leider nicht (er nagt tatsächlich an der Motorleistung, je höher der Rollwiderstand, um so mehr PS gehen hier verloren), aber deutlich reduzierbar. Das Potenzial: Bis zu 25 Prozent des Treibstoffverbrauchs bleiben bei einem Pkw in den Reifen hängen (beim Lkw noch mehr). Angesichts steigender Spritpreise und beschlossener CO2-Einsparung wäre bei den Reifenentwicklern eigentlich totale Rollwiderstandsoptimierung angesagt. Das Problem: Bei dieser Lösung werden andere wichtige Reifen-Eigenschaften beeinträchtigt.

Die Zielkonflikte: Längere Bremswege bei Nässe und verminderte Laufleistung vor allem.

Kein Automobilhersteller würde einen derart einseitig präparierten Reifen akzeptieren. Deshalb ist bei den Reifenspezialisten Know-how gefragt und sorgfältig abgewogene Weiterentwicklung unter möglichst gleichzeitiger Anhebung der erwähnten Leistungskriterien. Jeder Reifenhersteller setzt dabei Schwerpunkte, entsprechend der Hausphilosophie und nach den Wünschen der Industriekunden. Beispiel Mercedes-Benz: «Die Reduzierung des Rollwiderstandes hat bei uns Entwicklungsvorrang», erklärt der Leiter Entwicklung Reifen und Radsysteme, Dr.-Ing. Frank Klempau. «Voraussetzung ist, dass das übrige Leistungsniveau des Reifens gehalten wird.» Der Michelin Energy Saver beispielsweise wird bei der Mercedes C-Klasse ab Werk geliefert.

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Der Kunde erhält eine interessante Vergleichsmöglichkeit der Relation Wirtschaftlichkeit/Sicherheit

EU-Gremien sind momentan damit beschäftigt, eine Reifenkennzeichnung für den Rollwiderstand einzuführen. Parallel dazu wird über eine Sicherheitseinstufung (Bremstest auf Nässe) diskutiert. Auch diese Klassifizierung wird dann auf der Reifenseitenwand kommuniziert. Damit erhält der Kunde eine interessante Vergleichsmöglichkeit der Relation Wirtschaftlichkeit/Sicherheit, die es so noch nie gab. Helge Hoffmann (Michelin): «Wir gehen von einer Einführung noch in diesem Jahr aus, sie gilt für alle Reifenkategorien, auch Transporter und Lkw». «Klar ist aber auch», meint der Reifenexperte, «dass alle Anstrengungen zur Senkung des Rollwiderstandes Makulatur sind, wenn der Reifenfülldruck nicht regelmäßig überprüft und korrekt eingestellt wird.»

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