Offroad durch Polen


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Toyota Land Cruiser, Nissan Patrol, der Puch aus der militärischen Großfamilie der G-Klasse: Sie alle sind klassische Geländewagen, Autos fürs ganz Grobe. Auch der klassische Land Rover, der sich in 60 Jahren den Ruf erworben hat, überall durchzukommen.

Auch ein Land Rover Defender ist mit dabei

Überall durchkommen – auf einer Offroad-Tour durch Polen müssen die Genannten das ebenso beweisen wie ein neuer Land Rover Defender vom Jahrgang 2020. Einer mit elektronisch geregeltem Allradantrieb, Luftfederung und einem halben Dutzend Fahrprogrammen statt mechanischer Sperren und Starrachsen, der bei Fans klassischer Geländewagen gerne mal eine gute Portion Skepsis auslöst.
Die Bewährungsprobe für alle, zwischen Stettin und Walcz, beginnt keine 500 Meter, nachdem der Tross die Hauptstraße verlassen hat. Kaum vom Asphalt runter, endet auch der Schotter; die Truppe steht im mannshohen Gebüsch und kämpft sich durch oder versucht es zumindest. Nachdem sich alle aus eigener Kraft oder am fremden Seil aus dem Dreck gezogen haben, geht es weiter durchs Unterholz, über abgeerntete Felder und durch dichte Wälder – immer über Stock und Stein und gerne auch über steile Kuppen.
„Genau deshalb sind wir hier“, sagt der Tour-Guide. Denn während in Deutschland die Freiheit der Fahrer mit dem Asphalt endet und die Off-Roader allenfalls in ein paar Kiesgruben spielen dürfen, ist hier im Osten noch vieles erlaubt. Ja, auch diese Reviere werden kleiner und die Förster kritischer. Der Klimaproblematik wird hier übrigens mit CO2-Zertifikaten Rechnung getragen: Für jeden Kilometer, den die Teilnehmer diesseits der Grenze fahren, werden irgendwo anders Bäume gepflanzt.
Als der erste Puch im Flussbett vollläuft, während der Defender sich selbst aufbockt und locker vorbeizieht, da staunen die Skeptiker nicht schlecht über das einzige Auto mit Luftfederung im Feld. Beim Schlamm-Klettern im Mud-Programm werden sie hellhörig und als er im Kriechgang millimetergenau über Felsen klettert, wächst so langsam die Achtung. Aber spätestens als er als erster und einziger in einem Anlauf die steile Sandpiste in der Kiesgrube des Mittagsstopps stürmt, akzeptieren sie ihn als einen der ihren.
Sie bewähren sich alle, auch der kleine Suzuki Jimny, der viele Hindernisse auf dem Bauch nimmt, der Nissan Patrol, der seine Freilaufnaben ruiniert. Und das Camp wird abends auch mal zur Behelfswerkstatt.
Ein paar Stoßstangen sind in Wald geblieben, ein paar Bäume haben buchstäblich Eindruck geschunden in den Kotflügeln der Kandidaten, und im Fußraum des einen Puchs steht das Wasser. Aber am Ende der Tour sind alle heil zurück.

Das Teilnehmerfeld ist von Suzuki Jimny bis Toyota Land Cruiser bunt gemischt

Fotos Benjamin Bessinger

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