Monte Carlo für Auto-Fans


Panoptikum der Supersportwagen

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Ein Panoptikum ist für gewöhnlich eine recht statische Angelegenheit: Im Kabinett von Madame Tussauds & Co. blinken und blitzen die Stars aus aller Welt. Leider aber bloß in Wachs gegossen. Meistens inszeniert mit eingefrorenen Gesten vor einem typischen Bühnenbild. Ganz anders verhält es sich mit dem monegassischen Panoptikum: Hier lassen sich Supersportwagen und Traumwagen lebendig und laut in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten: der Flaniermeile. Eintritt: Frei.

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Alles wirkt absurd und unwirklich und doch scheint es an diesem Kleinod an der Riviera Realität. Der korpulente Geschäftsmann im pinken Rolls-Royce Phantom. Der weiße Lamborghini Aventator mit einem Fahrer, der gerade erst ein, zwei Jahre den Führerschein besitzt. In keiner anderen Stadt der Welt gibt es eine derart hohe Dichte an Supersportwagen und Luxuskarossen, die im Sekundentakt am Eiscafé vorbeifahren.

In Monaco kann der Autofan noch riechen, wie viel Öl ein Ferrari Daytona kredenzt und hören wie der 16-Zylinder eines Bugatti Veyron böse knurrt. Eine derartige Reizüberflutung lässt schon fast die Handykameras zu Boden sinken, wenn ein Bentley Continental GT mit Zwölfzylinder Doppelturbo durch die Straßen pfeift: Gähn, wie langweilig.

Für Supersportwagen-Fans gibt es eigentlich drei Foto-Jahreszeiten: Im Januar während der Rallye Monte-Carlo. Im Sommer am Formel-1-Wochenende oder an jedem beliebigen, sonnigen Sonntagnachmittag. Vier Hotspots empfehlen sich den geneigten Autofans:

Die Casino-Tiefgarage

kostet für einen Tag knapp 25 Euro, dafür parkiert das Auto mehr als zentral. Am Formel-1-Wochenende lohnt es sich besonders. Im Millionärsparkhaus steht nämlich alles, was Rang und Namen hat: Vom Lotus Evora, über Porsche GT3 bis hin zum Lamborghini Diablo. An normalen Wochentagen eher Mercedes SLK und Porsche Boxster S. Immerhin.

Der Hafen von Fontvieille

Hier wohnen Formel-1-Rennfahrer und Multimillionäre. Am Hafen parken Maserati Quattroporte, Ford Mustang Shelby und Audi R8. Ab und zu dröhnt ein Lamborghini Aventador durch die Gassen. Durch die Tempo-30-Buckel auf der Straße müssen alle langsam fahren. Ein Eldorado für Fotografen.

Am Hotel de Paris

Die Brasserie des Café de Paris Monte-Carlo ist wohl die beste Adresse, um Supersportwagen in Aktion zu sehen. Im Supersportwagenstau gegen 17 Uhr reihen sich Audi R8, Bentley, Ferrari, Aston Martin & Co. wie eine Perlenkette auf. Perfekt für den Selfie mit Traumwagen. Im Café gibt es zwar gratis WLAN, aber saftige Kaffeepreise. Zwei Cappuccino, eine Orangina: 21 Euro.

Das Automuseum von Fürst Rainier III

6,80 Euro (Kinder und Studenten: 3,50 Euro), die sich lohnen. Auf über 4.000 Quadratmetern präsentieren sich ganze Autoquartette in Echtgröße.

Auch, wenn Fürst Albert einen Teil der Sammlung seines Vaters Rainier versteigert hat, findet sich keine Lücke: Die Bandbreite reicht vom Lamborghini Countach, über Militärfahrzeuge bis zum Lexus Landaulet mit Glasdach aus Makrolon.

Wer selbst am Volant eines Sportwagen mit Klappenauspuff angereist ist, dem empfiehlt es sich natürlich, den Formel-1-Stadtring einmal abzufahren: Eine Runde zu 3,34 Kilometern: Vom Casino die Serpentinen runter zum Mirabeau Haute, in den Tunnel, am Hafen vorbei wieder hoch Richtung Beau Rivage und Massenet. Aber Vorsicht: Es wird geblitzt.

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