Immer unter Strom: mobile Brennstoffzellen


Konkurrenz für Solaranlage

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Die klassische Solaranlage bekommt Konkurrenz von der transportablen Brennstoffzelle, die unabhängig vom Wetter immer funktioniert. Ihre Anwendung beschränkt sich aber nicht nur auf Camping. Brennstoffzellen zu Preisen ab 2.100 Euro helfen auch bei der Stromversorgung von netzfernen Verkehrsüberwachungssystemen oder Sicherheitskameras, eben überall dort, wo keine Steckdose in der Nähe ist.

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Während große Brennstoffzellen als Energiequelle zum Antrieb von Fahrzeugen noch weitgehend Zukunftsmusik sind, weil die nötigen Akkus mit der entsprechenden Kapazität und akzeptablem Gewicht noch nicht zur Verfügung stehen, laufen die kleinen Ableger inzwischen schon in Serie vom Band. Marktführer SFC bietet sie unter dem Markennamen Efoy als Modell 600, 900, 1200 und 1600 in der Leistungsklasse von 50 bis 130 Amperestunden in 24 Stunden an. Das reicht, um beispielsweise eine komplett entladene Reisemobilbatterie, die üblicherweise eine Kapazität von 90 Amperestunden aufweist, problemlos immer wieder direkt an Bord aufzuladen.

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Dabei sieht eine typische Brennstoffzelle überhaupt nicht so aus wie ein kleines Energie-Kraftwerk, sondern in ihrem silbernen Outfit eher wie eine Kühltasche. Sogar ein Tragegurt wird mitgeliefert. Doch es bleibt nicht ganz so kompakt. Im Betrieb benötigt die Zelle einen Methanoltank und zur Ansteuerung eine Kabelfernbedienung. Hinzu kommt ein Abwärmerohr, über das auch etwas Kohlendioxid entweicht, das aber in seiner Konzentration nur der menschlichen Aus-Atemluft entspricht. Durch einen zusätzlichen Schlauch tropft Kondenswasser ab, das nach außen geführt werden muss.
Denn das ist das Faszinierende: Die Brennstoffzelle wandelt flüssiges Methanol ohne mechanische Bauteile direkt in elektrische Energie um, indem sie ein Methanol-Wassergemisch mit dem Sauerstoff der Luft in einem Membran-Elektrolyt kontrolliert reagieren lässt. Das Wasser muss nicht zugeführt werden. Die Zelle produziert es vollautomatisch selber.

Methanol ist ein einfacher Alkohol, der in der Natur in Bäumen und Baumwollpflanzen vorkommt. Sein großer Vorteil: Er verfügt über eine hohe Energiedichte, weshalb man auf kleinstem Raum relativ viel Energie mitnehmen kann: 10 Liter Methanol enthalten 9,1 Kilowattstunden. SFC liefert ihn in dichten und auslaufsicheren Kartuschen, die wegen der geforderten Reinheit des Betriebsstoffes nur vom Hersteller bezogen werden dürfen. Die Tankpatronen tragen das GS-Siegel für geprüfte Sicherheit. Europaweit sorgen über 900 Verkaufspunkte für eine flächendeckende Versorgung.

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Der Einbau einer Brennstoffzelle in ein Reisemobil ist vergleichsweise simpel,

da nur wenige Durchbrüche nötig sind: Für die Kabel-Fernbedienung, das Abwärmerohr und den Schlauch für das Kondenswasser. Hin und wieder blubbernd wie eine Wasserpfeife und begleitet von dem Surren eines Lüfterrades nimmt die Efoy dann vollautomatisch ihre Arbeit auf, weshalb sie am besten in einem geräuschisolierten Doppelboden oder in der Garage untergebracht ist.
Die Efoy 900 liegt mit ihren Leistungsdaten und ihrem Preis von 2.700 Euro im mittleren Bereich. Sie generiert 3,1 Ampere Ladestrom und gleicht einen Verbrauch von 50 Amperestunden, der einem realistischen Tageskonsum in einem Reisemobil entspricht – allerdings ohne Großverbraucher wie Kühlschrank oder Kochstelle – in rund 16 Stunden wieder vollständig aus, automatisch gesteuert von der Batteriespannung. Sie versorgt dabei entweder den Verbraucher direkt oder lädt die Batterie. Die Zelle benötigt in 16 Stunden 0,67 Liter Methanol. Kostenpunkt bei einem 22 Euro teuren 10-Liter-Gebinde: 1,48 Euro.

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Die Efoy-Brennstoffzelle ist für eine Betriebsdauer von 5.000 Stunden ausgelegt, wobei sie in der Praxis länger läuft, wenn auch die Leistung gegen Ende kontinuierlich abnimmt. Es spricht also einiges dafür, die «kostbare» Energiequelle zu schonen, etwa durch den parallelen Einsatz von wartungsfreien Solarzellen, die allerdings Sonneneinstrahlung benötigen.
Deshalb haben SFC und der Elektronikexperte Büttner zusammen das Hybrid-Autark-System entwickelt, eben die Kombination von Solaranlage und Brennstoffzelle, wobei der Kunde entscheidet, wie leistungsfähig die einzelnen Module sein sollen. Das Besondere ist jeweils die vollautomatische Steuerung der unterschiedlichen Komponenten. Dabei werden Informationen wie der verbrauchte Strom, die Kapazität des Energiespeichers und die konkreten Wetterbedingungen berücksichtigt. Nur wenn die Solaranlage es nicht schafft, hilft die Efoy. Eine 100-Watt-Solaranlage kostet in Ergänzung zur Brennstoffzelle 1.280 Euro.
Damit ist Stromnachschub nicht nur unter allen Witterungsbedingungen rund um die Uhr garantiert, sondern es werden auch die Vorteile beider Systeme optimal genutzt.

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