Elektro-Hype: Was kommt danach?


E wie endlich

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Der hohe Einstandspreis aktueller E-Autos ist neben der abschreckenden Reichweite und der lückenhaften Infrastruktur der größte Hemmschuh. Fest steht auch: Ein Elektroauto, das mit Strom aus der normalen Steckdose betrieben wird, ist rein rechnerisch alles andere als ein blauer Umweltengel. Nur wenn der Strom aus überwiegend oder gar reiner erneuerbarer Energie (Sonne, Wind, Geo- thermie) gewonnen würde, sieht die Umweltbilanz auch wirklich grün aus.

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Tesla-Pläne: „Bis Ende März 2014 wollen wir 50 Prozent der deutschen Straßen mit unseren Superchargern abdecken, Ende des Jahres werden es 100 Prozent sein.“

BMW etwa bietet seinen i3 zu Preisen ab 34.950 Euro an – inklusive des schon aus psychologischen Gründen unvermeidlichen Range-Extenders und etwas Zubehör dürften aber knapp über 40.000 Euro realistisch sein.

Volkwagens E-Up! kostet 27.000 Euro und ist damit doppelt so teuer wie die Basis-Variante mit herkömmlichem Verbrennungsmotor, soll dabei „etwa 130 Kilometer Reichweite“ erzielen. Und auch der Verkaufsschlager des Konzerns, der Golf, rollt demnächst lautlos stromend über die Straßen – mit einer theoretischen Reichweite von bis zu 190 Kilometern.

Der elektrische Zweisitzer Smart kostet ab 23.680 Euro (wenn die Batterie mitgekauft und nicht über ein Mietmodell finanziert wird), die Maximalgeschwindigkeit soll bei 125 Stundenkilometern, die Reichweite bei 145 Kilometern liegen: Für ein ohnehin überwiegend als Zweitwagen genutztes Fahrzeug rückt der E-Antrieb durchaus in den Fokus. Apropos: Ford
will mit seinem Modell Focus Electric durchstarten – maximal 137 Stundenkilometer schnell und bis zu 162 Kilometer Reichweite. Der in Saarlouis produzierte Wagen soll ab knapp 40.000 Euro erhältlich sein.

Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt sechzehn neue Elektro-Modelle aus deutscher Produktion in den Showrooms stehen. Wir erinnern uns: Im Vorfeld der IAA 2013 hatte VDA-Präsident Matthias Wissmann die „rasante Zunahme der Energiepreise“ scharf kritisiert. Sie seien „die allergrößte Sorge“ der Fahrzeugindustrie. Die Autohersteller sehen, dass Autofahren wie bisher für immer breitere Käuferschichten unbezahlbar wird – vor allem an der Tankstelle. Daimler-Boss Dieter Zetsche fordert eine konsequente Förderpolitik für Elektroautos.

VW-Chef Martin Winterkorn hingegen gibt sich pragmatisch: „Die reinen Elektrofahrzeuge wie der E-Up! oder der E-Golf werden zunächst wohl eher Zweitwagen bleiben oder in Fuhrparks eingesetzt“.

Und dann platzt im November 2013 die Bombe in diese gequält-euphorische Grundstimmung. Außenseiter Tesla will Deutschland flächendeckend mit Schnell-Ladestationen beglücken: „Bis Ende März 2014 wollen wir 50 Prozent der deutschen Straßen mit unseren Superchargern abdecken, Ende des Jahres werden es 100 Prozent sein.“

Tesla gilt als Vorzeige-Unternehmen in Sachen Elektroautos. Nicht zuletzt deshalb sind Daimler mit 4,1 Prozent und Toyota (2,5) an dem visionären US-Unternehmen beteiligt. Die beiden Großkonzerne interessiert natürlich vor allem die Akkutechnik. Die Kalifornier garantieren 1.500 Ladezyklen auf ihre Akkus, wobei nach 1.500 Ladezyklen von unglaublich kurzen rund zwanzig Minuten eine Akku-Kapazität von 80 Prozent garantiert wird. Ist das der Durchbruch nach dem Hype?

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