Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Die Reste aus der alten Reisekasse


Wohin mit Peseten, Schilling, Gulden, Franc, Lire und Tolarjev?

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Mit dem Euro in der Brieftasche wurden Reisen in Europa zur Jahrtausendwende noch bequemer, entfiel damit doch gleich für 12 europäische Länder der ebenso lästige wie oft kostspielige Umtausch von Bargeld in die jeweilige Landeswährung.

Was aber tun, wenn jetzt noch monetäre Reste früherer Urlaubs- oder Dienstreisen durch die inzwischen 19 Länder des währungsgeeinten Europa auftauchen? Wohin mit dem Wechselgeld aus Restaurants und Taxen oder den letzten Scheinenaus der Urlaubskasse, die man damals wegen oft horrender Gebühren der Wechselstuben an Grenzen und auf Flughäfen nicht in Mark, Pfennig oder später in Euro zurückgetauscht hat?

Eigentlich wollte man ja Franc, Schilling, Peseten und die anderen Währungssouvenirs bei der nächsten Reise wieder mitnehmen und dort ausgeben, wo sie herkamen. Dann aber ging die nächste Reise woanders hin, der gute Vorsatz fiel der Hektik am Abreisetag zum Opfer oder das fremde Bare war im entscheidenden Moment einfach nicht auffindbar. Was da teilweise sortiert in Gläsern und Zigarrenkisten lagert oder vergessen in der Schreibtischschublade schlummert summiert sich manchmal zu einem stattlichen Betrag, denn ein 10-Franc-Stück war mal 1,52 Euro wert und für die 100-Peseten-Münze gab es immerhin noch 60 Cent. Aber nicht in allen Ländern sind die alten Banknoten und Münzen unbegrenzt gültig, haben dort inzwischen ihre Zulassung als gesetzliches Zahlungsmittel verloren.

Wo sind alte Landeswährungen ihr Geld noch wert?

In Deutschland, soviel vorab, geht bei Banken mit den alten Währungen anderer europäischer Länder gar nichts mehr. Und selbst vor Ort hat man bei Banken damit kein Glück. Auch die meisten Wechselstuben haben diese Souvenirs nicht mehr im Programm. Zudem hat der Euro in den Urlaubsländern das Netz der Wechselstuben massiv ausgedünnt, kann sich doch die Branche nur noch an Touristen aus Übersee und den eurolosen Nachbarn aus England, Dänemark, Schweden, Norwegen und der Schweiz schadlos halten. Bleiben höchsten noch Restaurants und Geschäfte, die wie bei uns zurMobilisierung der Kaufkraft auf Währungsnostalgie setzen. Kleinere Mengen Münzgeld sind deshalb in den Sammelbüchsen karitativer Organisationen besser aufgehoben.

Bleiben für größere Beträge nur noch die jeweiligen Landeszentralbanken. Dafür ist der Umtausch dort aber gebührenfrei. Und nur dort wird man eventuell auch seine Münzen noch los. Nach Einführung der europäischen Währung tauschen aber nicht mehr alle Zentralbanken ihre ehemaligen Nationalwährungen in Euro um.

Allzu lange sollte man mit dem Umtausch nicht mehr warten,

denn nur die alten Banknoten und Münzen von Deutschland, Estland, Irland, Lettland, Litauen und Österreich können bei den jeweiligen Landeszentralbanken zeitlich unbegrenzt in Euro umgetauscht werden. In Spanien endet die Umtauschfrist am 31.12.2020. Die Landeszentralbanken von Belgien, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei tauschen dagegen nur noch Banknoten unbefristet in Euro um. In einigen Ländern wurde aber auch die Frist für den Umtausch von Banknoten zeitlich begrenzt: Niederlande (1. Januar 2032), Portugal (28. Februar 2022), Malta (31. Januar 2018) und Zypern (31. Dezember 2017).

In Finnland, Frankreich, Griechenland und Italien geht schon seit 2012 überhaupt nichts mehr, da taugen Finnmark, Franc, Drachme und Lira höchstens noch als Souvenir.

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