Würfel-Spiele: Der Daihatsu Materia


Ein Design-Trend erobert Europa

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«Ist das ein englisches Taxi oder der Fluchtwagen von Bonnie and Clyde?», fragte ein befreundeter Journalist, als wir an einem auffallend eckigen schwarzen Auto vorbeikamen.

Daihatsu Materia 1

Der seit Anfang 2007 auch auf dem deutschen Markt angebotene Daihatsu Materia fällt sofort auf. Bei der Toyota-Tochter hat man das eigenwillige Design des Fahrzeugs gleich marketingtechnisch genutzt:

«Auffallend auffallend»

lautet der Materia-Slogan: Man liebt ihn heiß und innig – oder man mag ihn gar nicht, weiß man bei Daihatsu Deutschland. Das Auto polarisiert, und ein Urteil «irgendwo dazwischen» gibt es nicht.

Daihatsu Materia 3
Aber: Es gibt – so die Erfahrung nach gut eineinhalb Jahren in Deutschland – sehr wohl auch Interessenten, die nicht in erster Linie auf den Hingucker-Effekt setzen.

Nissan Cube

Nissan Cube 2

Sein Äußeres – mit den leuchtend-peppigen Außenfarben – steht ganz im Kontrast zum Innenraum: Hier wirkt die Gestaltung mit viel Dunkelgrau und mittig angeordneten Instrumenten eher auffällig unauffällig. Zudem ist der Daihatsu Materia, anders als die 3,80 m Gesamtlänge es vermuten lassen, ein wahrer Raumkünstler. Nutzt man alle Ablagemöglichkeiten und den zur Verfügung stehenden Stauraum gezielt aus, geht der Daihatsu Materia nicht bloß als kleiner Van, sondern als Reiseauto für eine (kleine) Familie durch, moderate Unterhaltskosten inklusive.

Toyota Scion bB 2

Übrigens: So exotisch, wie sein Äußeres vermuten lässt, ist der jüngste Spross aus dem Hause Daihatsu keineswegs. Die Plattform ist die des Mutterkonzerns Toyota und als Scion xB ist ein ähnliches Auto seit Jahren in den USA erfolgreich (aus der Studie scion bB concept ging der Daihatsu Materia hervor). Gleiches gilt für den Nissan Cube, der seit 1998 in den USA zum Straßenbild gehört und nun auch nach Deutschland als «Nissan Würfel» kommen soll.
Insgesamt stehen die Chancen also sehr gut, dass das von Asien und den USA nach Deutschland übertragene Würfel-Design ein Stück Kleinwagen-Geschichte schreibt. «Eigenwilliges, polarisierendes Design bei überschaubaren Kosten und hohem Nutzwert» ist ein bewährtes Rezept, das unter anderem dem Citroën 2 CV und dem Renault 4 – auf Jahrzehnte gesehen – zum Kultstatus verholfen hat. Der Besitzer des schwarzen Daihatsu schmunzelte übrigens amüsiert, als er unsere interessierten Blicke bemerkte – derlei schien ihm nicht neu zu sein.

Toyota Scion bB-gross

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