Pilotprojekt für mehr Arbeitssicherheit


Rambo II soll Straßenwärter schützen

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Ihr Job zählt zu den gefährlichsten im Lande. Ständig rasen Pkw und Lkw nur wenige Zentimeter entfernt an ihnen vorbei. Ihre Fahrzeuge – mit grellem Orange und Warnleuchten eigentlich nicht zu übersehen – sind oft schon Schrott, bevor die erste Hauptuntersuchung überhaupt ansteht. Jedes Jahr müssen die Straßenwärter einige ihrer Kollegen zu Grabe tragen, weil Autofahrern der Blick aufs Handy oder Navi wichtiger war als der Blick auf die Straße. Rambo II soll ihren Arbeitsplatz jetzt sicherer machen.

Schrott, bevor die erste Hauptuntersuchung ansteht

Der Landesstraßenbaubetrieb Straßen.NRW erprobt das Aufprallschutzsystem Rambo II in einem mindestens einjährigen Pilotprojekt an den Straßenmeistereien Dortmund und Kreuztal bei Siegen. Die betreuen mit der B236 und B54 zwei-, vier- bis sechsspurige Bundesstraßen, auf denen entsprechend schnell gefahren wird. Tunnel und Brücken machen sie wartungsintensiv.
Jeweils 55.000 Euro plus Kosten für die Anpassung an den dreiachsigen 7,5-Tonner hat das Land NRW dafür ausgegeben. Eine solide Stahlkonstruktion (Docking Station) muss an die Straßendienstfahrzeuge angebaut werden, denn Rambo II alleine wiegt schon 1,5 Tonnen. Hinter dem Fahrzeug ausgeklappt, ist das Aufprallkissen 4,5 mal 2,4 Meter groß, in senkrechtem Zustand ragt es rund 1,4 Meter über das Fahrzeugheck hinaus. Das Kissen selbst besteht aus Aluminium und hat eine Wabenstruktur, die laut Hersteller Adolf Nissen Elektrobau (Tönning/Schleswig-Holstein) einen Aufprall bis zu 100 km/h absorbieren soll.
Straßenwärter*innen werden zum Beispiel bei Grünpflege- oder Reinigungsarbeiten durch das Absperrfahrzeug samt Anpralldämpfer nach hinten abgesichert. Wenn jemand mit seinem Fahrzeug auf das Absperrfahrzeug auffährt, wird Rambo II wie eine Ziehharmonika zusammengedrückt und die Wucht des Aufpralls absorbiert. Funktioniert dies optimal, so bleiben alle Beteiligten unverletzt – sowohl die Straßenwärter als auch die Insassen des auffahrenden Fahrzeugs. Der Anpralldämpfer indes erleidet einen Totalschaden und muss ersetzt werden.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich bei der Vorstellung des Systems von dessen Nutzen überzeugt. „Wir müssen den Arbeitsplatz Straße für unsere Straßenwärterinnen und Straßenwärter, die jeden Tag für uns im gefährlichen Einsatz sind, so sicher wie möglich gestalten. Moderne Anprallschutzsysteme wie
Rambo II können die Sicherheit im Straßenbau entscheidend voranbringen. Zugleich appellieren wir an alle Verkehrsteilnehmer, rücksichtsvoll und vorausschauend zu fahren.“

Fotos Adolf Nissen Elektrobau, VM/Simon Bierwald

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