Wohin nur mit den Fahrrädern? Heckträger sind eine gute Lösung.


Jedes Jahr das gleiche Transport-Problem

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Natürlich wäre der Transport in einem geschlossenen Fahrzeug die erste Wahl. Schließlich kann dort die Witterung den Rädern nichts anhaben. Regentropfen peitschen kein Öl von der Kette. Nasse Schmutzwirbel spülen kein Fett aus den Lagern. Aber auch in einem Kombi müssten entsprechende Halterungen montiert werden, damit die Räder etwa während der Fahrt nicht gegeneinander schlagen oder bei einer Vollbremsung fest verankert bleiben.

24_X_fahrrad_transport_1  Die Alternative: Der Transport am Heck, wobei es keine Rolle spielt, ob etwa Urlaubsgepäck den Laderaum des Fahrzeugs blockiert. Außerdem bieten viele Hersteller clevere Zweit- und Drittnutzungen an. Einige Träger lassen sich auch auf der Deichsel eines Caravans montieren oder es gibt Halterungen für die Garagenwand. Dann ist nicht nur der Träger aufgeräumt, sondern unter Umständen die Fahrräder gleich dazu. Der Markt unterscheidet im Prinzip drei unterschiedliche Bauarten an Heckträgern, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Klassischer Heckträger
Der Standardtyp ist fahrzeuggebunden, das heißt, er kann nur bei einem bestimmten Fahrzeug eingesetzt werden. Wechsel auf andere Pkw sind zwar möglich, aber mit Aufwand verbunden. Es müssen etwa andere Halterungen oder Rahmen bestellt und das Gestänge von alt auf neu umgebaut werden. Das kostet natürlich auch Geld. Vorteil der Konstruktion: In der Regel kann die Kofferraumklappe auch mit montierten Trägern weiter vollständig geöffnet werden. Es ist allerdings das erhöhte Gewicht zu beachten, auch dann schon, wenn die Räder noch auf dem Boden stehen. Die Kraft der Gasdruckfeder kann unter Umständen nicht mehr ausreichen, um die Klappe offen zu halten. Ein zweiter Mann muss unbedingt zur Unterstützung her. Schließlich kann ein so ausstaffiertes Fahrzeug bei vorhandener Kupplung auch noch einen Anhänger an den Haken nehmen.

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Die Montage des Trägers setzt etwas Geschick voraus, um am Lack des Fahrzeugs keine Spuren zu hinterlassen. Das betrifft auch die Befestigung der Räder, die sich nicht selber berühren sollten. In der Regel wird das Bike an drei Punkten fixiert. Zwei Schlaufen halten die Laufräder. Und eine Klemmschraube oder ein Schnellverschluss verbindet den Rahmen mit einem Haltebügel. Es ist darauf zu achten, dass etwa das Pedal nicht auf die Heckscheibe stößt. Im Notfall helfen kleine Polster, beispielsweise Schaumstoffreste der Sanitärrohr-Isolierung, die mit kleinen Spanngurten befestigt werden können.

Universalträger
Sie sind in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen, setzen aber eine Anhängevorrichtung voraus. Ist die vorhanden, herrscht zunächst einmal eitler Sonnenschein. Die Träger sind zumeist vormontiert. Es müssen höchstens Haltebügel angeschraubt werden. In der Regel ist auch noch eine Feineinstellung am Klemm-Mechanismus nötig. Die Kupplungsträger werden danach einfach auf den Kugelhals aufgesetzt und beispielsweise mit einem Hebel verriegelt. Wer jetzt noch das Gestell schön ausgerichtet hat, kann nicht mehr viel falsch machen. Universalträger sitzen zwar nur auf einem Punkt, sind aber in allen Fahrsituationen sehr fahrstabil und verschleißen kaum den Kugelhals. Das haben Tests bewiesen. Und wenn es wirklich einmal richtig kracht, sind die Schäden am Fahrzeug sowieso erheblicher als die Kratzer am Heck und vielleicht eine kaputte Scheibe.

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Kupplungsträger können an allen Fahrzeugtypen eingesetzt werden. Sie benötigen eine EU-Betriebserlaubnis, da sie in die Fahrzeugelektrik mit eigenen Rückleuchten eingreifen. Weil die Konstruktionen das Kennzeichen verdecken, muss eine entsprechende Nummertafel angeschraubt werden, allerdings ohne amtliche Siegel. Das treibt die Anschaffungskosten noch ein paar Euro nach oben.
Moderne Kupplungsträger sind so konstruiert, dass sie im beladenen Zustand abgeklappt werden können. Das lösen manche Hersteller sehr elegant, etwa Alko mit einem Fußpedal. Trotzdem ist der Zugang zur Heckklappe im Vergleich zu den fahrzeuggebundenen Heckträgern etwas eingeschränkt. Die Beladung des tiefen Rahmens ist sehr bequem. Allerdings hat die Position auch den Nachteil, dass Straßendreck im Sog des Fahrzeugs dort stark verwirbelt.
Doch Vorsicht: Die Fahrzeuge werden durch den Anbau hinten deutlich länger. Das verändert auch bei einem schweren Pkw erstens die Fahrdynamik. Zweitens vergessen viele Fahrer in der Hektik schon mal die neuen Abmessungen und kalkulieren sie beim Rangieren und Rückwärtsstoßen nicht ein. Das kann teuer werden.

Fazit
Die optimale Lösung für den Transport am Fahrzeugheck gibt es nicht: Man muss vor der Kaufentscheidung seine individuellen Ansprüche prüfen.

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