Van Life Kitchen


Jessica Lerchenmüller reist nicht nur kulinarisch gerne um die Welt

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es gibt keine größere Inspiration
als die Küchen fremder Kulturen
und ferner Länder.

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Urlaub mobil, mit Van, Caravan oder nur mit Fahrrad und Zelt: Freiheit pur, die aber kulinarisch ein Höchstmaß an Entbehrungsbereitschaft erfordert – zwischen Dosensuppen und Gastronomie. Soweit eine häufige Auffassung. Jessica Lerchenmüller zeigt in ihrem Buch »Van Life Kitchen«, dass das auch ganz anders geht. KÜSmagazin hat sie einen Einblick in ihre »Werkstatt« erlaubt.

Frau Lerchenmüller, muss man im Vergleich mit zuhause beim Unterwegs-Kochen mehr Zeit einplanen?
Nein, ganz im Gegenteil. Beim Kochen im Freien reduziere ich mich gerne auf das Wesentliche. Die Rezepte im Buch sind – außer im Kapitel »Unterwegs« – so geschrieben, dass man nur wenige Hilfsmittel benötigt.

Welche fünf Küchengegenstände bzw. Kücheneinrichtungen müssen nach Ihrer Erfahrung unbedingt unterwegs vorhanden sein?
Das kommt ganz darauf an, ob man mit dem Van reist oder nur mit dem Zelt. In meinem Buch »Van Life Kitchen« habe ich deshalb eine Checkliste für Küchenutensilien zum Reisen mit dem Van, und eine Checkliste für Küchenutensilien zum Reisen mit dem Zelt erstellt, die auf keinen Fall fehlen sollten. Meine absoluten Favoriten sind ein scharfes Messer, ein Schneidebrett, ein Topf, zwei Schüsseln, Besteck und natürlich ein Gaskocher. Damit kann man schon allerhand machen.

Und welche Zutaten?
Das sind für mich Haferflocken für einen Porridge zum Frühstück, Quinoa und eine Gewürzmischung für One-Pot Quinoa, Mandeln und ein paar Trockenfrüchte als Snack für zwischendurch.

Hat das Reisen Ihren persönlichen Speiseplan bereichert?
Ja! Ich glaube es gibt keine größere Inspiration als die Küchen fremder Kulturen und ferner Länder. Viele Ideen sind auf Reisen entstanden. Oftmals sind es ganz neue Rezepte und Gerichte, die ich so bislang noch nicht kannte, manchmal eine Neuinterpretation oder Ergänzung bereits bekannter Gerichte.

Was mache ich, wenn ich eine bestimmte Diät einhalten möchte (aktuelles Gewicht halten, vielleicht sogar ein wenig Gewicht reduzieren) oder muss (Allergien etc)?
Die Rezepte in »Van Life Kitchen« setzen sich aus gesunden Zutaten zusammen. Die meisten davon sind glutenfrei, vegetarisch oder sogar vegan. Für letzteres ist manchmal eine kleine Abwandlung notwendig. Milch lässt sich super durch Alternativen ersetzen, etwa Sojamilch oder Reisdrink.

Gibt es typische Fehler, die man vermeiden sollte, damit das Kochen unterwegs nicht unversehens zum Megaflop wird?
Die Töpfe, die beim Campen benutzt werden, unterscheiden sich in der Größe oftmals ein wenig von den Töpfen Zuhause. Deshalb ist es hilfreich, manchmal die Menge des persönlichen Lieblings-Rezepts etwas anzupassen.
Frau Lerchenmüller, vielen Dank für das Interview.

Mit Jessica Lerchenmüller sprach Roland Bernd.

Jessica Lerchenmüller
Van Life Kitchen

Die Abenteuer-Outdoor-Küche.
Über 60 Rezepte zum Camping, Wandern und mehr.

Edition Michael Fischer; 25 Euro.

One-Pot-Quinoa mit
gerösteten Kichererbsen (2 Portionen)

Für die Kichererbsen:
1 Dose Kichererbsen (240 g Abtropfgewicht)
40 g Mandeln
1 EL Kokosöl
1 EL Ras el Hanout (Gewürzmischung)
Salz
½ TL Ahornsirup
1 EL Zitronensaft

Für die Quinoa
1 rote Zwiebel
1 EL Kokosöl
1 TL Currypulver
½ TL gemahlener Koriander
¼ TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz
1 Zitrone
200 g Quinoa
25 g getrocknete Cranberrys
25 g Rosinen

Die Kichererbsen in ein Sieb abgießen, unter Wasser abspülen und abtropfen lassen. Die Mandeln grob hacken. Das Kokosöl in einer Pfanne erhitzen. Ras el Hanout, 1 Prise Salz sowie Ahornsirup hinzufügen und für 2–3 Minuten rösten. Anschließend mit dem Zitronensaft ablöschen und 3 EL Wasser hinzugeben, damit die geröstete Gewürzmischung nicht zu trocken wird. Die Kichererbsen hinzufügen und bei mittlerer Hitze 10 Minuten rösten. Nach 8 Minuten die Mandeln hinzufügen. Die gerösteten Zutaten in eine Schüssel geben und beiseitestellen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Kokosöl im Topf erhitzen, die Gewürze mit ¼ TL Salz hinzugeben und bei mittlerer Hitze 30 Sekunden rösten. Den Saft der Zitrone auspressen und in den Topf geben. Die Zwiebeln mit 50 ml Wasser hinzufügen und 3–4 Minuten andünsten. Die Quinoa in ein feinmaschiges Sieb geben und so lange mit Wasser abspülen, bis es klar ist. Dann mit 400 ml Wasser mit in den Topf geben, aufkochen, die Hitze reduzieren und für 20 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Zum Schluss zwei Drittel der Kichererbsen und Mandeln mit den Cranberrys und Rosinen einrühren.
Die One-Pot-Quinoa auf zwei Schüsseln verteilen und mit den restlichen gerösteten Kichererbsen und Mandeln garnieren. Reste des Gerichts schmecken auch kalt sehr gut.

Fotos EMF/Jessica Lerchenmüller, envato

 

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