Runter mit dem Verbrauch – Tipps und Tricks


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Wie spart man am besten Sprit? Diese Frage quält Autofahrer und Autohersteller gleichermaßen. Hoher Verbrauch ist nicht gut für Portemonnaie und Umwelt. Und das ist nicht gut fürs Image – ergo auch nicht gut für die Unternehmenskasse. Neues Denken für neue Autos lautet die Lösung, sonst wird das nichts mit dem flottenweiten Spritsparen und Umweltschonen, da sind sich alle Lager von ADAC über Greenpeace bis VDA (Verband der Automobilindustrie) sicher.

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Selbst bei Seriensportwagen liegt die Toleranz-Messlatte hoch. Eine zweistellige Zahl vor dem Komma beim Durchschnittsverbrauch? Nahezu undenkbar: rückständig, ignorant, unverantwortlich – und für Hersteller (CO2-Strafsteuer) wie Käufer (Tankkosten) im Euroland absehbar ein teures Vergnügen. Ein Mercedes-Benz SL 350 Roadster mit 306 PS kommt heutzutage mit 6,8 Litern auf 100 Kilometer aus, laut Datenblatt. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 159 Gramm pro Kilometer (g/km). In einem lupenreinen Sportwagen, wohlgemerkt. Der 350 PS starke Porsche 911 Carrera mit Doppelkupplungsgetriebe begnügt sich offiziell mit 8,2 l/100 km, macht 194 g/km CO2.

Leichtbau, Downsizing, Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation), Energiemanagement-Tricks wie bedarfsgerecht gesteuerte Nebenaggregate (Klimakompressor, Sitzheizung, etc) – alle diese technischen Finessen sind längst keine Effizienz steigernden Privilegien der Oberklasse mehr, sondern automobiler Alltag. Alle Klassen schauen auf den Verbrauch. Hybridantrieb gibt es mittlerweile sogar im nicht einmal 3,90 Meter langen Toyota Yaris. Durchschnittlich 3,5 l/100 km reichen dem 74 PS starken Japan-Mini mit Verbrennungs- und Elektromotor, macht höchst umweltfreundliche 79 g/km CO2.

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Bei Peugeot hat die Micro-Hybrid-Technologie e-HDi den Weg aus der Mittelklasse (508) über die Kompaktklasse (308) ins Kleinwagensegment (208) geschafft. Vier der fünf 208-Diesel fahren damit vor. Das Spritsparsystem basiert auf einem Euro5-konformen Selbstzünder und einem reversiblen Generator, der den Motor stoppen und wieder starten kann. Bei einer Rollgeschwindigkeit von weniger als 20 km/h (Schaltgetriebe) bzw. 8 km/h (elektronisch gesteuertes Getriebe) schaltet sich der Motor automatisch ab – und springt beim Betätigen des Gaspedals wieder an. Spriteinsparerfolg: bis zu 15 Prozent im Stadtverkehr.

Auch im Volkswagen-Konzern gehen die Motoren nicht nur an der Ampel automatisch aus, sondern – zum Teil – auch beim Fahren. Die Zylinderabschaltung („cylinder-on-demand“) aus dem V8 4.0 TFSI, der Audi und Bentley antreibt, kommt auch im 1.4 TSI zum Einsatz, der VW Polo und Golf bewegt. Dort werden zwei der vier Zylinder zeitweise abgeschaltet, um Sprit zu sparen. Fiat geht noch weiter und halbiert seine Motoren gleich ganz: Spritspar-Heilsbringer der Italiener ist ein Zweizylinder („Twinair“).

Immer nur sparen ist doch langweilig? Im Gegenteil. Mit teils putzigen Gimmicks wecken die Hersteller den Ehrgeiz zum Kraftstoffknausern – Fische schwimmen im Display, Blümchen und Bäumchen wachsen, Punkte werden gesammelt. „Efficiency-Tainment“ heißt dieser unterhaltsame Ansatz, der nicht nur gute Laune macht, sondern auch dauerhaft das Fahrverhalten verändern soll.

Klingt kurios, funktioniert aber prima, egal ob im eher schlichten Power-Point-Format (Mercedes), mit lobender Einsparrechnung (BMW) oder wechselnder Farbwelt (Honda). Gewohnt kreativ geht beispielsweise Mini das Thema Fahrer-Erziehung an. Beim „Minimalism Analyser“ der App „Mini Connected“ informiert ein Goldfisch im Display über die Fahrweise. Je effizienter die Pedale behandelt werden, desto mehr Wasser hat der Fisch in seinem Aquarium, bis er schließlich fröhlich nach einem Stern – der Belohnung für effizientes Fahren – schnappt. Ist der Fahrer dagegen mit Bleifuß unterwegs, sinkt der Wasserstand im Goldfischglas, bis das arme Flossentier verstört die Glupschaugen aufreißt. Und mal ehrlich: Wer will das verantworten?

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