Pakete können auch Räder haben


regio-logistik aus dem Münsterland als bundesweites Franchise-Modell

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Ein Paket hat acht Ecken und ist höchstens 2 Meter lang. So oder ähnlich haben nahezu alle Paketdienste ihre Fracht definiert. Bei Henrik Berlemann (42) darf ein Paket auch mal zwei Räder haben. regio-logistik heißt sein Unternehmen, das in Vielem anders ist als die Großen der Branche. Das Konzept dahinter will er jetzt mit Geschäftspartner Jörg Unruh als Franchise-Modell bundesweit etablieren.

Direktumschlag

Kurze Wege beim manuellen Umschlag: Manches Paket tauschen die Kurierfahrer direkt aus.

Der Name regio-logistik steht für einen Teil des Konzepts. Einsatzbereich ist ein Gebiet um Greven bei Münster mit einem Radius von 50 Kilometer. Pakete, die am Morgen beim Absender abgeholt werden, sind in der Regel bereits nachmittags beim Empfänger. Er ermöglicht, dass Pakete am Morgen beim Absender abgeholt werden und in der Regel bereits nachmittags beim Empfänger sind. „Anfangs hat mancher Empfänger die Annahme verweigert, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass es sich bereits um die gerade bestellte Ware handelte“, erinnert sich Berlemann. Genau dieser schnelle Service hat dafür gesorgt, dass inzwischen täglich rund 700 (Gewerbe-)Kunden angefahren und im Schnitt 1.100 Pakete transportiert werden – zu branchenüblichen Paketpreisen.

Viele Pakete haben sowohl den Absender als auch den Empfänger in der selben Region. Doch die meisten Paketdienste arbeiten mit großen Verteilzentren, in denen die Pakete und Päckchen nachts neu sortiert werden. Bei regio-logistik treffen sich alle Fahrer morgens in Greven und schlagen die Pakete manuell in einer Halle um. Dann beginnt jeder seine Tour, bei der auch Stückgut von Kunden abgeholt wird. Im Idealfall liegt der Empfänger sogar noch auf der Route und wird direkt ohne Umschlag zugestellt. Mittags steuern alle erneut das Depot an. Was nicht in der Region bleibt, wird an ausgesuchte Systempartner weitergegeben.

Der manuelle Umschlag hat den Vorteil, dass die Ware nicht „bandtauglich“ sein muss. Womit wir wieder beim Paket mit den Rädern sind. Mehrere tausend Fahrräder hat regio-logistik inzwischen transportiert. Gleiches gilt für Satellitenanlagen. „Das Paket mit der Schüssel, das Päckchen mit dem Receiver will jeder haben,“ erläutert Henrik Berlemann. „Doch wie kommt der 3 Meter lange Mast für die Dachmontage zum Kunden?“ Die Frage beantwortet sich fast von selbst. So spart der Versender unter Umständen auch bei der Verpackung. Statt zum Beispiel 20 Fahrradreifen in einen riesigen Karton zu packen, werden sie einfach mit Kabelbindern zusammengebunden.

Berlemann

Henrik Berlemann entdeckte mit der regionalen Logistik eine Marktlücke.

Der 42-Jährige arbeitet überwiegend mit selbstständigen Kurieren zusammen – ebenfalls ein Franchise-Modell. Der Vorteil: Die Kurierfranchisepartner haben ein Eigeninteresse und sehen in jedem Paketempfänger einen potenziellen Kunden. Und die Schadensquote geht gegen Null – selbst bei nur teilverpackten Fahrrädern.

Trotz manuellen Umschlags und vieler direkter Kontakte setzt Berlemann auf innovative und moderne Technik. Die Pakete haben Barcodes und sämtliche Daten sind in einer eigens entwickelten Datenbank hinterlegt, einschließlich GPS-Koordinaten. Gelesen werden sie an jedem Übergabepunkt mit einem Mini-Scanner, der per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden ist.

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