Marktbetrachtung: Mittelklasse-Kombis


BMW und Mercedes in Pole-Position

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Mittelklasse
fest in deutscher Hand

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland knapp 155.900 Mittelklasse-Fahrzeuge neu zugelassen, das waren knapp acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Mittelklasse ist in Sachen Neuzulassungen fest in deutscher Hand. 58 Prozent aller neu zugelassenen Mittelklasseautos entfielen auf den Audi A4, die BMW 3er-Reihe, die Mercedes C-Klasse und den VW Passat. „Die Kombis in der Mittelklasse scheinen unverwüstlich. Zwar weht ihnen der Wind stärker ins Gesicht und das schiere Angebot an attraktiven SUV und Crossover-Fahrzeugen in diesem Segment lässt die Wahl nicht mehr automatisch auf den Kombi fallen. Dennoch sind es sehr oft gerade die Kombivarianten, die im Vergleich zu den Limousinen, von denen sie abstammen, die deutlich attraktiver sind. Schlussendlich lässt sich dies auch in ihren Restwerten ablesen“, so Dieter Fess Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH in Völklingen. Die Prognose-Experten von Bähr & Fess haben das Restwertverhalten ausgewählter Mittelklasse-Kombis näher unter die Lupe genommen (siehe auch Tabelle). Die Restwertschere klafft bei den vierjährigen Fahrzeugen um zehn Prozentpunkte auseinander.

Platzhirsch in Sachen Wertstabilität bei den Kombis aus dem Reich der Mitte sind der BMW 320d Touring und das Mercedes C 200d T-Modell. So führen der 190 PS starke 320d touring aus München und der Stuttgarter
C 200d T, unter dessen Motorhaube ein 160-PS-Dieselaggregat werkelt, mit einem prognostizierten Restwert von jeweils 47 Prozent in vier Jahren die Wertstabilitätshitliste an. Dicht dahinter auf Rang drei kann sich der C 180 T platzieren, der nach diesem Zeitraum noch 46,5 Prozent seines ehemaligen Neupreises wert ist. Danach geht es Schlag auf Schlag: Platz vier teilen sich der Opel Insignia Sports Tourer 1,5 Turbo und 2,0 Diesel mit einem Restwert von je 45,5 Prozent. „Für die Designer des Insignia-Nachfolgers war es sicherlich eine Herausforderung, dieses erfolgreiche und elegante Opel-Modell in die nächste Runde zu schicken. Dieses Projekt darf nach den ersten Jahren Erfahrung mit dem Insignia 2.0 als erstaunlich gelungen bezeichnet werden. Die elegante Linienführung wurde beibehalten, alles wirkt aber irgendwie leichter und wenn man sich das Gewicht des aktuellen Insignia ansieht, stellt man fest, dass er das auch ist. Dies wiederum kommt dem Verbrauch und den Fahrleistungen zugute und insbesondere der Sports Tourer ist einer der hübschesten Kombis seiner Klasse. „Wer auf gutes Aussehen, gute Qualität und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus ist, der macht mit dem großen Opel sicher keinen Fehler“, so Dieter Fess. Betrachtet man die monetäre Seite, liegen die beiden Rüsselsheimer ganz vorne. Dem 165 PS starken Insignia Sports Tourer 1,5 Turbo (Neupreis: 29.970 Euro) prophezeien die Saarländer in vier Jahren einen Wertverlust von nur rund 16.350 Euro. Die Wertverluste der prozentualen Restwertkönige BMW 320d Touring (Neupreis: 42.000 Euro) und Mercedes C 200d T (Neupreis: 39.300 Euro) liegen bei 22.260 Euro beziehungsweise rund 20.900 Euro nach diesem Zeitraum. 

Die Audi Avant-Versionen liegen mit Restwerten von 42,5 Prozent in vier Jahren um drei Prozentpunkte unter dem Niveau von den ausgewählten Rüsselsheimer Wettbewerbern. Einen Prozentpunkt weniger bescheinigt das Forecasts-Institut dem Newcomer Peugeot 508 SW mit 180-PS-Benzinmotor (41,5 Prozent) und dem VW Passat 2,0 TSI mit 190-PS-Motor in vier Jahren. Der dynamische Gallier kommt mit tiefer Dachlinie und rahmenlosen Türen daher und ein echter Hingucker ist sein knackiges Heck. Das Diesel-Pendant des Galliers, unter dessen Motorhaube ein 160-PS-Aggregat arbeitet ist nochmals 1,5 Prozentpunkte seines ehemaligen Neupreises weniger wert. Am unteren Ende der Skala mit Restwerten von weniger als 40 Prozent rangieren der Ford Mondeo Turnier 1,5 EcoBoost (39 Prozent), der Mondeo Turnier 2,0 EcoBlue (38,5 Prozent) und der VW Passat Variant 2,0 TDI.

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