Kein Aufenthalt in Rom ohne Papst-Audienz


Ein Fußgänger, der Auto fahren muss

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Als Person bescheiden und zurückhaltend, in der Sache konservativ und entschieden: So wurde er überwiegend in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Zum Bild des Vatikans gehörte Kardinal Joseph Ratzinger, der mit seiner Aktentasche den kurzen Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz zu Fuß zurücklegte, seit 1981 ganz selbstverständlich.

24_X_Papstaudienz_Petersplatz November 2007

Zu Fuß zu gehen, wäre für den früheren Präfekten der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche heute ein unzumutbares Risiko. Im Alter von 78 Jahren wurde er am 19. April 2005 zum Oberhaupt der Katholischen Kirche gewählt und nahm den Papstnamen Benedikt XVI. an. Hatten die klaren, konservativen Positionen von Kardinal Ratzinger über Jahrzehnte nicht wenige Kritiker auf den Plan gerufen, wurde Papst Benedikt XVI. schon kurz nach Amtsantritt als Menschenfreund wahrgenommen, der – seine Vorliebe für klare Aussagen beibehaltend – auch in kritischen Fragen den vermittelnden Dialog sucht und die Kunst der Vermittlung beherrscht. Im Dezember 2007 nahm Papst Benedikt XVI. ein neues Fahrzeug entgegen, in dem er zu seinen Mittwochsaudienzen über den Petersplatz im Vatikan fährt. Die Basis für das offene Fahrzeug ist der Mercedes G 500. Charakteristische Merkmale des «Papamobils» sind die umklappbare Frontscheibe, Haltebügel – und vor allem die weiße Farbe für Karosserie und Innenraum gleichermaßen. Der Heilige Vater betritt den Wagen über rot ausgeschlagene Stufen im Heck. Die Fahrt absolviert er im Stehen, natürlich – er soll ja möglichst gut von außen zu sehen sein.

24_X_Warum_trägt der Papst rote Schuhe

24_X_Herr_tu mir das nicht an

Übrigens: Zum Fuhrpark des Papstes gehören neben dem G 500 Cabriolet auch gepanzerte Fahrzeuge. Das ist zwingend: Sicherheit hat Priorität für eine Person des öffentlichen Lebens. Da kann der deutsche Papst, der nie einen Führerschein besaß, keine Ausnahme sein.

Eigentlich hatte er, 77 Jahre alt, bereits Überlegungen für den Ruhestand im Blick. Entsprechend überrascht war Kardinal Joseph Ratzinger selbst, als er im April 2005 zum Oberhaupt der Katholischen Kirche gewählt wurde: „Herr, tu mir das nicht an“ lautete sein Stoßgebet im Konklave. Unter dem Titel versammelt der Vatikan-Experte Bernhard Hülsebusch Erinnerungen und prägende Zitate von Papst Benedikt XVI (9,90 €). Aus ganz anderer Perspektive beleuchten Monsignore Georg Gänswein und Christine Schröpf dessen Alltag. In dem Büchlein „Warum trägt der Papst rote Schuhe?“ (6,50 €) beantwortet der Privatsekretär des Papstes Fragen, mit denen sich Kinder im Zusammenhang mit dem Heiligen Vater beschäftigen. Und die sind durchweg entwaffnend konkret – zum Beispiel, ob der Papst schon einmal von Gott enttäuscht gewesen ist. (Beide Bücher sind im St. Benno Verlag erschienen.)

Wer als Besucher in Rom und im Vatikan unterwegs ist, sollte möglichst viele Strecken zu Fuß zurücklegen. So können die zahlreichen Attraktionen der Stadt zwischen historischen Zeugnissen und moderner Geschäftigkeit am besten wahrgenommen werden (und ein einziger Besuch wird ohnehin nicht ausreichen).

Wie man gut durch die Stadt kommt und was man besser nicht tun sollte während einer Rom-Reise – darüber informieren folgende Reiseführer:

• Marco Polo Rom. Mit City-Atlas. Mairdumont Verlag; 9,95 €.
• DuMont Reise-Taschenbuch Rom. Mairdumont Verlag; 12 €.
• Baedeker Allianz Reiseführer Rom. Mairdumont Verlag; 19,95 €

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