Hybridantriebe: Vom Exoten zum grünen Pionier


Ein Blick in die Geschichte

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Bevor ihn die Automobilindustrie entdeckte, war der Begriff Hybrid eher etwas für Biologen, die Pflanzen kreuzten – er heißt übersetzt «von zweierlei Art».

HybridFahrzeuge 1902

Bei der Fortbewegung werden Motoren gekreuzt, indem man die Kraft eines Verbrennungsmotors mit der von einem oder mehreren Elektromotoren verknüpft. Aus der Grundidee, die schon 1902 den Mixte-Rennwagen – eine Weiterentwicklung des elektrisch betriebenen Lohner-Porsches – angetrieben hat, haben sich inzwischen verschiedene Spielarten der Hybridtechnik entwickelt. Das Spektrum reicht vom milden- über den Parallel- und den leistungsverzweigten- bis zum seriellen Hybriden. Und jede dieser Kategorien wird in der Praxis noch in weitere Unterkategorien aufgesplittet.

Am populärsten ist sicherlich der leistungsverzweigte Hybrid, schon alleine deshalb, weil Toyota sich schon sehr früh für diese Form entschieden hat. Dessen Anfänge reichen gut 30 Jahre zurück. Bereits 1977 experimentierten die Japaner mit einem Prototypen, der die Antriebsstruktur der heutigen Fahrzeuge nutzte. 20 Jahre später, 1997, präsentierte das Unternehmen den ersten Prius, der weltweit gleichermaßen für Aufsehen wie mitleidiges Lächeln sorgte.

Kaum Leistung, skurril gezeichnet und absolut ungewohnt in Handhabung und Auftreten, wurde er nicht zum Bestseller.

Hybridmodell 1977

Das gelang erst der zweiten und dritten Generation mit Verbrennungsmotor, Elektromotor, Nickelmetallhybrid-Batterie und nicht zuletzt einem Planetengetriebe. Es ersetzt eine konventionelle Schaltung und arbeitet stufenlos. Die Steuerung der Vorgänge im Antriebssystem obliegt einem Computer, der selbstständig entscheidet, mit welcher Drehzahl und ob der Verbrennungsmotor arbeitet. Anders als der E-Motor lässt sich der Vierzylinder nämlich aus dem System herauslösen. Dann bleibt ein Elektroauto übrig.

Übrigens: Auch bei den meisten Brennstoffzellen-Motoren handelt es sich um Hybride. Hier ersetzt die Brennstoffzelle den Verbrennungsmotor. Die Kraft für den Antrieb kommt gleichermaßen aus der Batterie wie direkt aus den Zellen, weshalb der Begriff Hybrid durchaus zutreffend ist.

So werden in Zukunft die Hybride – die zugegebenermaßen ihren Exotenstatus noch nicht ganz verloren haben – eine große Rolle im Straßenverkehr spielen. Ihr Image als «grüne Pioniere» sorgt dafür. Unter anderem.

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