»Hamburg schockt«


Arbeiter-Samariter-Bund entwickelt tolle App für Smartphones

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Jedes Jahr sterben über 100.000 Menschen in Deutschland durch einen plötzlichen Herztod. Er wird durch Herzrasen (Kammerflimmern) verursacht, was zu einem sofortigen Herz-Kreislaufstillstand führt. Die einzige wirksame Behandlung ist die frühzeitige elektrische Defibrillation. Es geht also um jede Sekunde. Um die Überlebenschance zu erhöhen, hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Hamburg eine tolle App für Smartphones entwickelt.

Arbeiter-Samariter-Bund entwickelt tolle App für Smartphones

Die App mit dem Namen »Hamburg schockt« kann kostenlos in den bekannten Stores heruntergeladen werden und vereinigt gleich mehrere wichtige Funktionen. Zum einen ermittelt sie mit der Aktivierung automatisch den aktuellen Standort. Wer plötzlich als Helfer mit einem Notfall konfrontiert wird, dem falle mitunter nicht mal der Name von vertrauten Straßen ein, erläutert Petra Witt, Sprecherin des ASB Hamburg. Befinde man sich zudem in fremden Stadtteilen oder gar anderen Städten, so vergeht auf der Suche nach Straßennamen wertvolle Zeit.

Mit einem Klick aufs Display kann der Notruf 112 gewählt werden. Der Standort wird leider noch nicht an die zuständige Feuerwehr-Leitstelle übertragen, aber ist weiterhin auf dem Smartphone sichtbar. So kann er beim Abarbeiten der fünf »W« bei einer Unfallmeldung sofort präzise benannt werden. 


Alarmierung von
registrierten Ersthelfern in unmittelbarer Nähe

Eine andere Funktion ist die Anzeige der Position des nächsten Automatisierten Externen Defibrillators (AED). Ein AED ist ein handliches, batteriebetriebenes Gerät, das nach dem Einschalten mit der grünen Taste und Aufkleben von Elektroden auf die Brust des Opfers zunächst den Herzrhythmus automatisch analysiert. Falls ein lebensgefährliches Herzrasen festgestellt wird, fordert das Gerät den Helfer über Sprachanweisung zur Defibrillation auf. Viele Arztpraxen, Apotheken aber auch Firmen und öffentliche Einrichtungen haben inzwischen solche Geräte – man muss nur wissen wer und wo genau. Hierauf gibt die App mit einer detaillierten Beschreibung Auskunft. So heißt es zum Beispiel bei einem Hotel an der Alster: „Bei der Rezeption melden, AED im Schrank“, für den Fall, dass der Aushilfs-Portier mal nicht genau Bescheid weiß. 1.050 Standorte von Defi-
brillatoren im Großraum Hamburg hat der ASB in seiner Datenbank. „Mit jeder Veröffentlichung in den Medien werden es mehr“, weiß Petra Witt. 

Neu hinzugekommen ist im vergangenen Jahr die Möglichkeit zur Alarmierung von registrierten Ersthelfern. Befinden sie sich in unmittelbarer Nähe zum Notfall, werden sie durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones geortet und nach Wahl des Notrufs 112 über die App »Hamburg schockt« informiert. Ersthelfer können allein durch die örtliche Nähe oft schneller als der Rettungsdienst am Notfallort sein und schon qualifizierte lebensrettende Maßnahmen einleiten.

Die Schockt-Initiative findet immer größeres Interesse. Der ASB Hamburg bietet den Service auch in Berlin, Frankfurt, Hannover, Leipzig, Lüneburg, Kassel, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an – gegen eine minimale Kostenbeteiligung des örtlichen ASB. Das Gute für den Nutzer: Die Daten sind miteinander verknüpft. Er muss sich also nicht für jede Stadt eine eigene App herunterladen. 

Foto ASB Hamburg

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