DVR-Presseseminar – Schöne neue Welt?


Der »weiche« Weg zum autonomen Fahren

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Die Diskussionen rund um das Automobil sind derzeit in erster Linie von zwei Schwerpunkten beherrscht: Da ist zum einen das Thema Dieselfahrzeuge inklusive drohender Fahrverbote. Doch auch der Bereich des automatisierten und autonomen Fahrens rückt immer mehr in den Mittelpunkt.

Wie werden wir uns (und je nach Alter auch unsere Kinder und Kindeskinder) in den kommenden Jahren und Jahrzehnten im privaten und im öffentlichen Straßenverkehr bewegen? Was können und dürfen wir noch tun? Was wird uns abgenommen? Was ist Erleichterung, was Risiko? Ein Fragenkomplex, mit dem sich auch das jüngste Presseseminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) befasste.

Prof. Dr. Sebastian Pannasch (TU Dresden) hatte als Referent den großen Vorteil, das alles aus zwei Perspektiven betrachten zu können, als Ingenieur und als Psychologe.

Dass sich der Straßenverkehr in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stärker verändern wird als im vergangenen halben Jahrhundert, ist längst keine Frage mehr. Über große Zeiträume war die Mobilität des Menschen von seiner eigenen Muskelkraft oder der von Tieren (Pferden, Ochsen, Eseln etc.) abhängig. Dann kam das Automobil und mit ihm der Verbrennungsmotor. Der Übergang zum Elektromotor ist nun in vollem Gange. Bereits heute, so der Referent, befinden wir uns an der Schwelle zur hochautomatisierten Bewegung. Denn schon jetzt kommen ja viele verschiedene Assistenzsysteme in motorisierten Fahrzeugen zum Einsatz.

Prof. Pannasch: „Die unterschiedlichsten Ebenen (Levels) vom Fahren ohne Unterstützung jeglicher Assistenzsysteme bis hin zu einem völlig autonomen Fahren, bei dem weder Fahreignung noch Fahrtüchtigkeit der Insassen in einem Auto ohne Lenkrad und Pedale erforderlich sind, haben ihre ganz bestimmten Problemfelder. Level 2 mit vielen Assistenzsystemen für das Einparken, Brems-, Spurhalte-, Überhol- und anderen elektronischen Helfern ist bereits heute erreicht. Der mehr oder weniger fließende Übergang zu Stufen, bei denen dem Menschen Kontroll- und Überwachungsfunktionen immer mehr entzogen werden, ist die künftig zu meisternde Herausforderung“.

Der Experte plädierte für einen „weichen“, mit Maßen vorangetriebenen Übergang hin zur völligen, vom Fahrzeugführer losgelösten Mobilität 4.0. „Reine Überwachungsaufgaben sind mit unserem Bestreben nach sinnhafter und aktiver Beschäftigung schwer zu vereinbaren“, sagt Pannasch und empfiehlt: „Die Systeme müssen den Bediener stets optimal unterstützen. Multitasking steht dazu im Widerspruch und sollte vermieden werden“.

Foto Daimler

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