Durchhaltestrategien für Autobatterien im Winter


Tipps, Hilfe und Erklärungen

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Vielleicht gibt es ja eine ausgleichende Gerechtigkeit? Besitzer größerer und vor allen Dingen gut ausgestatteter Fahrzeuge erwischt es häufiger: Nach den ersten Frostnächten streikt die Batterie. Das Spannungstief haben sie den vielen kleinen Verbrauchern zu verdanken, die im Standby ständig an dem Bordakku nuckeln, beispielsweise GPS und Wegfahrsperren. Damit erhöht sich zwangsläufig die Zahl der Ladezyklen, die an der Lebensdauer des Energiespeichers zehren. Heutzutage wird eine Batterie nur noch vier bis sechs Jahre alt. Da sie die Spannung bis zum Schluss konstant hält, kommt das Versagen nach einer frostigen Nacht ohne Vorwarnung als böse Überraschung, etwa durch den Zusammenbruch einer Akkuzelle.

autobatterie

Als Gegenstrategie empfiehlt sich einmal der regelmäßige Besuch einer Fachwerkstatt, etwa im Rahmen der Inspektionen: Die Experten checken nicht nur die Spannung und Stromstärke des Generators, sondern haben auch die Leistung und das Alter der Batterie im Blick.

Aber auch jeder Autofahrer kann etwas tun, indem er gerade im Winter auf ein sauberes Batteriegehäuse achtet, um Kriechströme zu vermeiden. Der Fachhandel hält Säureschutzfett zur Konservierung der Pole und Anschlussklemmen bereit. Kurzstrecken sind Gift für den Energiespeicher. Dann sind viele elektrische Verbraucher an, von den Scheinwerfern bis hin zu Heizungen für die Sitze oder die Heckscheibe. Ampelstopps mit viel Leerlaufbetrieb und Kriechen im Stau verschärfen den negativen Effekt. Wer unter diesen Bedingungen einige Male weniger als zehn Kilometer fährt, kann nicht erwarten, dass der Akku voll ist. Hinzu kommt:

bei Temperaturen um  minus zehn Grad stellen Akkus nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer normalen Kapazität zur Verfügung.

Wer ein zuverlässig anspringendes Auto vorzieht, kann mit einfachen Geräten für die häusliche Steckdose seine Batterie gelegentlich vollladen. Dabei sollte der Akku abgeklemmt werden, zuerst der Minus-, dann der Pluspol. Das hat den Nachteil, dass später unter Umständen Audiosysteme und individuelle Einstellungen der Bord-elektronik neu programmiert oder kodiert werden müssen, weil sie ihr Gedächtnis verloren haben. Zu den Vorteilen dieses Verfahrens zählt jedoch, dass empfindliche Komponenten der Bordelektronik geschont werden, da manche Ladegeräte, insbesondere die leistungsstarken, kurzfristig höherer Spannungen als verträglich erzeugen.

Verschlussstopfen oder Abdeckleisten eines Bleiakkus müssen vorher runter, dabei auf die Batteriesäure achtgeben. Der Grund: Es kann Knallgas entstehen, das sich möglichst schnell verflüchtigen sollte. Daher auf gute Lüftung achten und offenes Feuer vermeiden. Funkenbildung beim Abklemmen der Anschlusszangen tritt nicht auf, wenn zuerst das Ladegerät vom 220-Volt-Netz genommen wird.

Wer die Batterie beim Motorstart schonen möchte, schaltet unnötige Verbraucher wie Beleuchtung, Radio, Navi, Gebläse oder Heckscheibenheizung aus. Läuft der Motor nicht nach spätestens zehn Sekunden an, sollte bis zum nächsten Anlauf etwa eine halbe Minute Zeit verstreichen.

Nützt das alles nichts, bietet sich Starthilfe durch ein anderes Fahrzeug an. Auch hier sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden: Beide Akkus müssen die gleiche Spannung aufweisen, die Karosserien dürfen sich nicht berühren. Der Motor des Spenders sollte mit etwas erhöhter Drehzahl laufen. Die Klemme des roten Kabels gehört an den Pluspol der entladenen, dann an den der Spender-Batterie. Das schwarze Kabel verbindet den Minuspol der Strom gebenden Batterie mit der Motor- oder Karosseriemasse des Pannenfahrzeugs. Die Zange sollte nicht den Minuspol der entladenen Batterie berühren. Denn das könnte zu Funkenschlag führen, der unter Umständen Knallgas entzündet.

Wer diese Tipps beachtet, hat gute Chancen, ohne nutzloses Orgeln durch den Winter zu kommen.

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