DIQ-Symposium zum Thema Auto-Leben


Vom Reißbrett zum Recycling

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Vom Reißbrett der Entwickler bis zur Verwertung in der Schrottpresse – das sind die Eckdaten des Auto-Lebens. Darum ging es beim 8. DIQ-Symposium, das 2018 unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Harald Bachem (Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfsburg) stattfand. Prof. Bachem ist Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Fahrzeugsicherheit und Vorstandsvorsitzender des Wolfsburger Instituts für Forschung, Innovation und Technologietransfer e. V. (FIT). In seiner Einführung in das Thema – im Anschluss an die Begrüßung der Teilnehmer durch DIQ-Präsident Dipl.-Ing. Peter Schuler – ging es um die Lebensdauer eines Autos. An verschiedenen Modellen beleuchtete er die Entwicklung von Fahrzeugen ebenso wie die Anforderungen an Design und Assistenzsysteme.

v.l.n.r. Dr. Michael Hamm, Prof. Dr.-Ing. Achim Schmiemann, Dr. Matthias Kühn, Dipl.-Ing. Peter Schuler, Prof. Dr.-Ing. Harald Bachem, Dipl.-Ing. Kristian Seidel, Kurt Gilch, Dipl.-Ing. Thomas Koch, Helmut Wolk.

 

Dipl.-Ing. Kristian Seidel (Forschungsgesellschaft für Kraftfahrwesen mbH, Aachen) referierte zur Entwicklung von Gesamtfahrzeug und Karosserie bei modernen Fahrzeugen. Die Vielfalt der Anforderungen an Automobilkonstrukteure beeindruckte in seinem Vortrag. Sicherheit – passive und aktive – Komfort und Variabilität, die Einfügung in die globale Produktstrategie der Hersteller, Emissionen, zunehmende Elektrifizierung und viele andere Aspekte sind zu beachten. 

Dabei gilt es auch,
die entstehenden alternativen Mobilitätsformen
mit in die Überlegung einzubringen.

 

Auch Fahrzeugdesign, Assistenzsysteme und Elektronik gehören zum Autoleben. Dr. Michael Hamm (Audi AG, Ingolstadt) wählte als Beispiel die Beleuchtungsanlage moderner Fahrzeuge. Ein Überblick zeigte die Meilensteine der Fahrzeuglichttechnik, von den Glühlampen der ersten Stunden über Xenonsysteme bis zur aktuellen LED-Technik.

Dr. Matthias Kühn kommt von der Unfallforschung der Versicherer in Berlin. Er stellte die Frage, inwieweit Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen die Verkehrssicherheit erhöhen können. Dabei standen der Einfluss zukünftiger Automatisierungsstufen und ihr Einfluss auf die Verkehrssicherheit im Fokus seiner Betrachtung. Die Unfalldatenbank der deutschen Versicherer leistet hier wertvolle Dienste. 

Kurt Gilch (KTD GmbH, Calw) widmete sich der Reparatur innovativer Fahrzeugkarosserien als Thema. Er zeigte auf, dass in modernen Fahrzeugkarosserien immer häufiger Werkstoffe wie ultrahochfeste Stähle, Aluminium, Magnesium und sogar Kohlefaser-Verbundwerkstoffe verbaut sind. Die Sicherheit der Insassen und die Reduktion des Fahrzeuggewichtes bedingen ihren Einsatz. 

Die Anforderungen an die Reparaturbetriebe
haben sich stark verändert,
ebenso die Auswirkungen auf die Unfallgutachten. 

Recycling ist wesentlich mehr als nur das Ende in der Schrottpresse. Warum? Genau das zeigte Prof. Dr.-Ing. Achim Schmiemann (Ostfalia-Hochschule, Wolfsburg) auf. Das Thema Kunststoffe beherrschte seinen Vortrag. Diese Materialien haben sich im Fahrzeug über 30 Jahre hinweg nahezu verdoppelt, wie am Beispiel des VW Golf demonstriert. Überdies wurde festgestellt, dass Altkunststoffe eine zunehmend bedeutende Rohstoffquelle sind.

Helmut Wolk (Wolk Aftersales Experts GmbH, Bergisch-Gladbach) gab einen ausführlichen Überblick über den deutschen Aftersales-Markt und die wichtigsten Unternehmen im Bereich Distribution und Werkstatt. Gravierende Veränderungen für die nächsten 5 bis 10 Jahre aus Umfragen wurden aufgezeigt, ebenso die Konzentrationsprozesse im Aftermarket-Geschäft. Wo die Chancen der Zukunft aber auch die Herausforderungen liegen, war ein weiteres Thema. Die Thesen des Vortrages wurden klar formuliert. Die Zukunft sieht Wolk in veränderten und neuen Geschäftsfeldern, etwa bei den oder durch die neuen Automobiltechnologien und im Online-Geschäft. Die Forderung nach zeitadäquaten Dienstleistungen wurde formuliert. 

Zum Abschluss des DIQ-Symposiums in Potsdam gab es eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und der daraus resultierenden Empfehlungen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung e. V., Dipl.-Ing. Thomas Koch, dankte allen Referenten für ihre Beiträge und den anwesenden Zuhörern und lud schon jetzt zum 9. DIQ-Symposium 2019 (Magdeburg) ein.

Die Leitung hatte Prof. Dr.-Ing. Harald Bachem (Ostfalia-Hochschule, Wolfsburg)

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