DIQ: Sicher unterwegs mit gefährlicher Ladung


DIQ: Crashtest-Reihe zeigt Probleme und Lösungen

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Manchmal – nicht nur auf lange Reisen – ist ein Maximum an Stauraum im Auto gefragt, gerne mit einer Dachbox erweitert. Eine praktische Lösung, die freilich mit Gefahren verbunden ist. Dies belegen jetzt Feldstudien und Crashtests des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung e. V. (DIQ), dessen Kernanliegen von der KÜS wesentlich unterstützt wird.

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Nicht gut ausgestattete und falsch beladene Dachboxen können sich bei einem Crash öffnen und ihren Inhalt freigeben – im schlimmsten Fall in den fließenden Verkehr auf die Fahrbahn.

Achtung, Dachboxen!

Wichtig ist die erlaubte Zuladung. Das Gewicht, mit dem jede Box beladen werden darf ist klar definiert. Die vom DIQ vor allem an Raststätten und auf Autobahnparkplätzen durchgeführte Feldstudie zeigt, dass dies sehr oft unbeachtet bleibt. Hineingequetscht wird, was gerade noch hineinpasst. Oft wurden die Beladungshinweise, die bei der Dachbox mitgeliefert werden, nicht beachtet. Ein Beispiel aus der Fahrt in den Wintersport: Die volumenstarke leichte Skibekleidung gehört in die Dachbox, die schweren Skistiefel aber in den Kofferraum.

Die vom DIQ durchgeführten Fahrdynamiktests zeigten auch deutlich die Einflüsse einer Dachbox auf das Handling des Autos. Der hohe Schwerpunkt der Box hat natürlich Einflüsse auf das Fahrverhalten. Jedes Fahrzeug hat eine maximal erlaubte Dachlast. Sie sollte auf keinen Fall überschritten werden.

In einer Crashtestreihe hat das DIQ jetzt die möglichen Probleme bei der Verwendung von Dachboxen aufgezeigt. Dabei zeigte sich, dass Billigboxen aus dem Zubehördiscount nicht unbedingt die beste Wahl sind. Bei dem mit einer solchen Box bei simulierten 30 Stundenkilometern durchgeführten Crash wurde die Box durch die umherfliegende Beladung im Frontbereich beschädigt. Sie öffnete sich, Ladung trat aus. Im Straßenverkehr hätte das fatale Folgen. Die qualitativ hochwertigeren Boxen zeigten in den Crashtests wesentlich mehr Stabilität. Es gab zwar leichte Verformungen, etwa an den Befestigungspunkten zum Fahrzeug, eine echte Gefährdung bestand jedoch nicht. Auch ältere, aber hochwertige Boxen behielten ihre Form und damit auch ihre Ladung.

Bei der Anschaffung einer Dachbox gilt es, einige wichtige Punkte zu beachten, so Dipl.-Ing. Thomas Koch, der Geschäftsführer des DIQ. Wichtig ist vor allem, dass in der Box selbst Befestigungen zum Verzurren der Ladung vorhanden sind, ebenso Anti-Rutschmatten. Trennwände sind ebenso sinnvoll, der Formschluss muss gewährleistet sein. Darunter versteht man das Ineinandergreifen von Bauteilen, die Kräfte und Bewegungen der Ladung minimieren. Verstärkungen an den Krafteinleitungspunkten, also dort wo die Box mit der Halterung und somit mit dem Fahrzeug verbunden ist, sollten ebenfalls vorhanden sein. Bei der Verriegelung der Box muss man deutlich sehen, dass sie korrekt erfolgt ist, etwa durch ein am Verschluss erscheinendes Farbsymbol. Auf den Zustand der Dachbox hat auch die Lagerung Einfluss. Starkes Sonnenlicht oder feuchte Umgebung sind zu vermeiden. Das Material kann seine Festigkeit verlieren und somit bei einem Crash brechen. Beladungshinweise sollten direkt an der Box angebracht werden, ebenso Hinweise für die Montage am Fahrzeugdach.

„Es gilt, die Hinweise zu Beladung und Montage zu beachten. Geiz ist beim Kauf einer Dachbox das Sparen am falschen Ende“, betont Thomas Koch.

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