Das Europäische Reifenlabel


Nicht relevant für Winter-Pneus

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„Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Dieses Churchill zugesprochene Zitat ist uns hinlänglich bekannt. Letztlich bringt es zum Ausdruck, dass neutrale Prüf- und Sachverständige immer die letzte Instanz sein sollen, wenn es darum geht, Sachverhalte zu objektivieren und Aussagen zu verifizieren. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass es die Produkthersteller selbst sind, die ihre Erzeugnisse bewerten müssen – in diesem Fall darf vielleicht auch von „dürfen“ die Rede sein. Die genauen Testkriterien für das Label sind in der europäischen Verordnung Nr. 1222/2009 festgelegt. Die Reifenhersteller führen die entsprechenden Tests in der Regel selbst durch. In Europa gibt es darüber hinaus nur drei unabhängige Prüfstellen.

Seit November bekommen Autoreifen – ähnlich wie das heute schon bei Kühlschränken und Waschmaschinen der Fall ist – ein Label. Das bunte Label gibt Aufschluss über den Bremsweg bei Nässe, Kraftstoffverbrauch und Rollwiderstand. Viele Kriterien, die dem Autofahrer bei Winterreifen wichtig sind, deckt das Label allerdings nicht ab. Wie eine Umfrage der Goodyear-Dunlop-Marktforschung ergab, erwarten zwar 73 Prozent der Befragten einen kurzen Bremsweg bei Nässe, 59 Prozent ist der geringen Kraftstoffverbrauch und 39 Prozent ein niedriger Rollwiderstand beim Winterpneu wichtig, diese Faktoren werden vom Label abgedeckt.

Bei Winterreifen greift das Label allerdings nur unzureichend. „Es gibt den Widerspruch zwischen Rollwiderstand und Nässe sowie zwischen Nässe und Schnee. Wer auf Schnee setzt, muss bei den anderen Kriterien zurückstecken“, so Dr. Bernd Löwenhaupt, Entwicklungsdirektor Pkw-Reifen im Goodyear-Dunlop-Entwicklungszentrum. Die befragten Autofahrer erwarten beim Winterpneu beispielsweise einen kurzen Bremsweg auf Schnee (72 Prozent), eine gute Haftung auf Eis (66 Prozent), eine große Aquaplaningsicherheit (65 Prozent), was das heutige Label noch nicht abdeckt.

Neben der Verbesserung der Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge auf Europas Straßen soll der bunte Aufkleber dazu beitragen, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu reduzieren und die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen. Die Goodyear-Experten raten dem Verbraucher, Beratung durch kompetente Reifenhändler und unabhängige Tests zurate zu ziehen.

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