Amerang: Das EFA-Mueseum


130 Jahre Automobil-Geschichte

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Gottlieb Daimler, Carl Benz, Wilhelm Maybach, August Horch, Nikolaus Otto, Rudolf Diesel, Robert Bosch ... Diese Koryphäen des klassischen deutschen Automobil- und Motorenbaus begrüßen den Besucher in der Eingangshalle des „Museum für Deutsche Automobilgeschichte“ in Amerang. Eine ruhige Gemeinde, etwas abseits der großen Verkehrsbahnen in der sanften Voralpenlandschaft des Chiemgaus.

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Hier hatte Ernst Freiberger, ein erfolgreicher Speiseeisfabrikant, 1984 seine Privatsammlung gegründet und auf opulenten 6.000 Quadratmetern in einem lichten Neubau untergebracht. 220 Old- und Youngtimer erzählen die nahtlose Geschichte der automobilen Entwicklung in Deutschland so umfangreich und komplett, dass man sich durchaus mehr als einen Tag Zeit dafür nehmen sollte. Kurator Hans Klauser, ein versierter und kenntnisreicher Erzähler, leitet die Führungen. Ihm zur Seite: Andy Huber, hauseigener
Kfz-Mechaniker, sorgt zudem für spezielle Technik-Demonstrationen und detailfreudige Seminare. Das Duo ergänzt sich ausgezeichnet und nimmt uns mit auf eine Zeitreise zwischen den wilden automobilen Anfängen um 1880 bis in die vernunftgesteuerten 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

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Ob es um die Funktionsweise eines Wankelmotors geht oder um die Schwierigkeiten der Ersatzteilbeschaffung: Andy Huber hat da weltweite Kenntnisse und Verbindungen. „EFA“ ist das Programm-Signet für die kostbare Sammlung und leitet sich ab von Ernst Freiberger Amerang. Gepflegt und staubfrei auf fast unsichtbaren Stützen ruhen die Exponate, um Unwuchten in den Reifen zu vermeiden: da spricht tiefe Liebe zum wertvollen Exponat heraus. Von den 220 Kostbarkeiten sind etwa 50 für den Straßenverkehr zugelassen und können samt Fahrer für Ausflüge gemietet werden. Das seenreiche Voralpengebiet lädt ebenso dazu ein wie Ausflüge in die nahen Berge.

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Vor allem Oldtimer-Clubs mit ihren Sternfahrten, aber auch Einzelbesucher und Familien wissen das attraktive Angebot zu schätzen, zumal nach ausgiebigem Rundgang eine heimelige Cafeteria zur Stärkung und Reflexion des Gesehenen einlädt. Ein Angebot, das in diesem Umfang in Deutschland einmalig ist.

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Der Wert der Sammlung ist unschätzbar und zahlreiche Exponate, die zu ihrer Bauzeit zehntausende von Reichsmark kosteten, werden auf heutigen Auktionen mit Millionen an Euros oder Dollars gehandelt. Und endlos viele Fragen werden vor Ort beantwortet. Wer weiß denn noch, dass die Holzspeichenräder regelmäßig angefeuchtet werden mussten, damit das Holz nicht bricht? Wer erinnert sich noch, dass es der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer war, der die Ford-Werke nach Köln-Niehl holte? Oder, dass das erste Nummernschild bereits 1896 an ein Auto geschraubt wurde, was dann ab 1906 zur Pflicht wurde. Dass die damalige Erfolgsmarke DKW sich ableitet von „Dampf-Kraft-Wagen“.

»Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd«

Nach dem zweiten Weltkrieg, als Rohstoffe und Material zu Problemen wurden, baute Borgward dem Lloyd 300 auf einem Sperrholzgerippe, das mit plastischem Kunstleder bezogen wurde: der im Volk mit Spott bedachte »Plastikbomber« war geboren und segelte fortan mit über 250.000 Stück unter der Rubrik:

220 brillant erhaltene Einzelstücke wollen beachtet und bewundert werden. Das EFA-Museum in Amerang lädt dazu ein. Dass im gleichen Haus die weltweit größte Modelleisenbahn der Spur II voll funktionsfähig aufgebaut ist, erhöht den Reiz eines Besuchs auch für Eisenbahnfreunde zusätzlich.

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www.efa-automuseum.de

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