Alle Jahre wieder: Der Genfer Auto-Salon


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Er ist ein MUSS. Hier beginnt der Frühling, auch wenn es manchmal noch ganz schön kalt ist am Genfer See. Seit 1977 fahre ich jedes Jahr dahin. Damals noch auf dem alten Messegelände mitten in der Stadt am Rhône-Ufer. Ein unvorstellbares Verkehrschaos, weil JEDER auf den Salon wollte. Und JEDER auch dort parken wollte.

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Zwei Jahre später dann der Umzug ins Palexpo, direkt neben dem Flughafen Cointrin. Wer aber jetzt glaubt, die Pkw-Flut wäre überschaubarer geworden, irrt gewaltig: Trotz fußläufiger Nähe zum Flughafen, weiterer Parkplätze und Shuttle-Busse. Und das abendliche Gedränge um Taxen ist unbeschreiblich.

Meist habe ich nur den Flughafen gesehen, Taxen, Hotels, Restaurants und die Messe. Oft bin ich aber auch mit dem Auto gefahren. Da kann man zum Beispiel in Gruyère ein Raclette essen. Oder in Château d’Oex den aufsteigenden Ballons zuschauen.

Viele der Genfer Hotels kenne ich von innen: das Beau Rivage, Hotel de la Paix, President Wilson, Interconti, Hotel du Lac in Coppet, Tiffany oder Metropol.

Zu Zeiten des Genfer Autosalons muss man vier Nächte zahlen, auch wenn man nur eine Nacht bleibt.

Da sind sich alle Hoteliers einig. Auch heute noch.

„Autosalon“ heißt auch, abends Journalisten zu Gast zu haben. Mit mehr oder weniger großer Tafelrunde. Meist haben diese Einladungen der Automobil-Industrie in den Genfer Restaurants eine lange Tradition. Aber auch für kleinere Gästegruppen ist die Auswahl schier unendlich: Chat Botté (im Hotel Beau Rivage), Olivier de Provence in Carouge, Hotel du Lac in Coppet, Tse Fung im La Reserve (übrigens der beste Chinese in der ganzen Schweiz) – um nur einige zu nennen.

Bei Toyota und später bei Subaru habe ich „unsere“ Journalisten ins Olivier de Provence eingeladen, weil es dort göttlich schmeckt. Das Kaminzimmer war immer für uns reserviert. Nachdem das Oliver de Provence abgebrannt war, wurde das Le Bearne am Rhône-Ufer unser neuer Journalisten-Stammtisch. Bis auch das Le Bearne schließen musste, weil das ganze Viertel umgebaut wurde.

Letztes Jahr hatte ich Zeit, mir endlich mal die Gegend um den Lac Leman anzuschauen: Da gibt es zum Beispiel Yvoire, eine wunderbare verträumte mittelalterliche Stadt. Rundherum eine Festungsmauer.

Man geht durch ein Stadttor – und ist in einer total anderen Welt.

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Die UNO

Mein Mittagsmenü habe ich eingenommen im Hotel Vieux Logis. Hier in der Altstadt gibt es auch das Labyrinth der fünf Sinne. Es soll ganz toll sein – nur leider hat es nur von April bis Oktober geöffnet.

Woher ich mich da so gut auskenne? Nun, wenn man aufmerksam den Simmel liest, findet man manchmal wunderschöne Landschaftsbeschreibungen. Der Held einer seiner zahlreichen Romane lebt in Genf. Da habe ich mir alle Geheimtipps notiert.

Den Parc du Monument in Genf ist ebenfalls einen Besuch wert. Hier sind die vier Schweizer Reformatoren in Stein gemeißelt: Guillaume Farel, Johannes Calvin, Theodor Beza und John Knox. Gegenüber eine Treppe aus Granit vom Mont Blanc: mit den eingemeißelten Namen von Zwingli und Luther. Am unteren Teil dieses Parks befindet sich die Universität Genf. Ein Riesen-Areal!

Dann wollte ich mir endlich mal anschauen, wo die UNO ist: Auf dem Place des Nations. Hier gibt es zwar ein sehr großes Parkhaus. Aber ansonsten lässt man am besten das Auto im Hotel oder auf einem abgelegenen Parkplatz stehen. Man kann alles – fast alles – in Genf mit der Straßenbahn, dem Bus oder O-Bus (ja, hier fährt noch ein O-Bus!) erreichen. Ich empfehle einen Stadtplan von Genf zu kaufen.

Aber bitte:

Fahren Sie NIE, wirklich NIE mit dem Auto in die Stadt. Es herrscht das reinste Chaos.

Sie brauchen soviel Geduld wie nirgendwo, und wenn Sie dazu neigen, cholerisch zu werden, lassen Sie es am besten ganz sein. Allein die Ampelschaltungen sind katastrophal: Drei Autos kommen bei Grün rüber, und diese drei fahren in den nächsten Stau vor der nächsten Ampel.

Genf ist eine wunderschöne Stadt und hat so viel zu bieten. Aber Genf ist auch eine recht autofahrerfeindliche Stadt. Egal, um welche Zeit sie fahren: Stau ist IMMER.

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