4.000 Kilometer ohne Panne: Von Merzig nach Masuren im Ford Fiesta von 1989


Eine ungewöhnliche Reise

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Gleich zwei Träume hat sich Manfred Bossmann kurz nacheinander erfüllt: Einen Ford Fiesta (in «spanisch rot») hat er vor drei Jahren günstig erworben: Das Auto war völlig heruntergekommen, aber – wichtig genug – ohne Rost. Heute ist es topgepflegt und in intaktem technischem Zustand. Der 11. September steht als Tag der Erstzulassung im Fahrzeugschein, und der Bericht des KÜS-Prüfingenieurs (Thomas Weber, Merzig) ist eindeutig positiv: «Keine Mängel» heißt es mit Datum 3. April 2010.

Braniewo 1

Den zweiten Wunsch, mit diesem Auto eine Reise von Merzig/Saar nach Masuren zu unternehmen, erfüllte er sich am 29. April 2011. «Meine Mutter stammt aus Ostpreußen. Nun bin ich in Rente und kann nach Masuren reisen und mir ein Bild von ihrer Heimat machen», erklärt Manfred Bossmann.

«Alle meine Bekannten erklärten mich für völlig verrückt, mit so einem kleinen alten Auto so eine Strecke zu fahren.

In den drei Jahren bis heute habe ich alle Verschleißteile erneuert und noch einiges mehr», erklärt Manfred Bossmann sein Vertrauen in den Wagen. «Das Auto hat keinen Katalysator, keine Elektronik, keine Servolenkung.» Was bei einem Kleinwagen von 1989 völlig üblich war, das Fehlen vieler Komfortfeatures, ohne die ein Auto heute kaum mehr als verkäuflich gilt, stört Manfred Bossmann keineswegs: «Was ein Auto nicht hat, kann auch nicht kaputtgehen», sagt er schmunzelnd.

67.860 Kilometer verzeichnete der Tacho bei Fahrtantritt. 3.950 mehr waren es am Tage der Heimkehr. Die Reise vom Saarland über Bayern, Pilsen, Frankfurt/Oder, Pila (Polen), Frombork (Polen), Masuren und zurück hat der Wagen bestens bewältigt und den Bericht des KÜS-Prüfingenieurs bestätigt.

Eine wichtige Erfahrung hat Manfred Bossmann quasi im Gepäck mit zurückgebracht: «Weiche nie einem Schlagloch aus, denn du fährst in ein größeres rein. Die Straße wird so schlecht, man meint, man könnte Schienen verlegen, die Schwellen sind schon da»,sagt er halb erschrocken, halb ironisch. Aber auch diese Herausforderung hat der Youngtimer souverän bewältigt.

Kein Wunder, dass sein Besitzer den Wagen jetzt noch mehr ins Herz geschlossen hat. «Ich werde das Auto niemals hergeben», sagt Manfred Bossmann, und man glaubt es ihm. Gibt es, gleich für was oder für wen, eine schönere Liebeserklärung?

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