Zwischen Tür und Klappe: Eine vergleichende Betrachtung


Zweitürer, Dreitürer? Viertürer? Fünftürer?

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Geöffnet werden können beide. Aber nur die Klappe wird aufgeklappt. Die Tür nicht, denn den Begriff aufgetürt gibt es nicht. Noch nicht. Eine Tür (oder auch ein Tor) kann links oder rechts einer rechteckigen oder quadratischen Öffnung «angeschlagen» sein, was nichts anderes bedeutet, als dass an einer der beiden vertikalen (senkrechten) Seiten die Türhaken/Türangeln angebracht sind. Somit lässt sich eine Tür nach links oder nach rechts öffnen, je nach Anbringung. Eine Klappe hingegen ist entweder oben oder unten einer Öffnung angeschlagen/befestigt, sodass man sie entweder nach oben oder nach unten aufklappen kann.

Cittroen C-Buggy

Vielleicht kommt das Auto der Zukunft ganz ohne Tür und Klappe aus – wie die Citroën-Studie C Buggy

Mit diesen phänomenologischen Beweismitteln sind den Pkw-Bezeichnungen «Dreitürer» und «Fünftürer» die Grundlagen entzogen, da die dritte oder fünfte «Tür» gar keine ist, sondern eine Klappe. Im Übrigen lässt sich eine Tür auch schieben, probieren Sie das aber mal mit einer Klappe, legen Sie aber vorher die Autoapotheke daneben. Eben.

Aber: HALT! Es gibt auch Ausnahmen, wie im richtigen Leben. Echte Geländewagen und einige wenige SUVs verfügen in der Tat auch über eine dritte oder fünfte Tür. Da stimmt dann alles wieder.

Warum ich mich mit der Thematik beschäftige? Weil die meisten der schreibenden Motorjournalisten die Begriffe Dreitürer und Fünftürer ungeprüft aus den Pressemappen der Hersteller übernehmen.
Liest sich schließlich ja auch wertiger: Dreitürer statt Zweitürer oder Fünftürer statt Viertürer. Um es noch deutlicher zu machen, worin der Unterschied zwischen Tür/Tor und Klappe liegt, ein markantes Beispiel aus dem Alltag: Wenn einer beim Beladen eines Fahrzeugs seinem Helfer zuruft: «Halt mal die Tür», dann ist das unmissverständlich so auszulegen, dass der andere die Tür offen halten soll, zum leichteren Beladen zum Beispiel. Eine völlig andere Reaktion wäre vom anderen zu erwarten, wenn der eine ihm zuriefe: «Halt mal die Klappe». Damit wäre dann der Hilfsdienst schnell beendet …

Also: Von wegen akademischer Vergleich zwischen Tür und Klappe. Das ist alles gar nicht sooo leicht!. Oft hört man von ausländischen Mitbürgern das Zitat: «Deutsche Sprach sein schwere Sprach». Da ist wirklich was dran. Und noch was: Eine «Tür des Monats» wurde noch nie gekürt, aber ein Kollege von der schreibenden Zunft wurde jüngst zum «Tor des Monats» gewählt. Wahrscheinlich, weil er ständig die Begriffe Tür und Klappe verwechselte …

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