Mit Sicherheit gut unterwegs – Jung fährt sicher 2.0


Verkehrssicherheitsaktion 2010 der KÜS

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«Jung fährt sicher 2.0» – so lautet der Titel der bundesweiten KÜS-Verkehrssicherheitsaktion 2010. Zum zweiten Mal nach 2003 stehen Autofahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren im Mittelpunkt der Aufklärungskampagne. Denn sie sind im Straßenverkehr am stärksten gefährdet.

Verkehrssicherheitsaktion "Jung fährt sicher 2.0"

Verkehrssicherheit ist für die KÜS auch außerhalb der Prüfhallen ein wichtiges Thema. Denn nicht nur der einwandfreie technische Zustand eines Fahrzeugs ist entscheidend, damit Unfälle vermieden werden können. «Wir leisten zusätzlich bereits seit vielen Jahren mit bundesweiten Verkehrssicherheitsaktionen Aufklärungsarbeit, um Menschen für die Risiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren», erklärt Peter Schuler, Bundesgeschäftsführer der KÜS.

2010 steht zum zweiten Mal nach 2003 die Gruppe der jungen Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren im Fokus. Denn trotz rückläufiger Verunglückten- und Todeszahlen ist sie im Straßenverkehr nach wie vor am stärksten gefährdet. Laut Statistischem Bundesamt verunglückten 2008 insgesamt 81.442 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren im deutschen Straßenverkehr, 57.426 von ihnen in einem Pkw. 887 Tote, davon 653 im Pkw, waren zu beklagen.

Damit ist das Risiko dieser Altersgruppe, im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, immer noch mehr als zweimal so hoch wie im Durchschnitt aller Altersgruppen.

Besonders Autofahren birgt große Risiken.Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie mit Unterstützung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) hat die KÜS deshalb Grundlagenmaterial erarbei-tet, um 18- bis 24-jährige Autofahrer über gefährliches Fehlverhalten aufzuklären. Das Ergebnis: Eine 36-seitige Broschüre und ein Flyer, die sich mit der Kernfrage befassen, wie die Verkehrssicherheit der Zielgruppe verbessert werden kann – die aber auch für andere Verkehrsteilnehmer eine wichtige Informationsquelle sind.

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Rennfahrerin Ellen Lohr demonstrierte auf einem Fahrzeug des Tuners Carlsson perfekte Fahrzeugbeherrschung. Selbstverständlich nicht zur Nachahmung auf öffentlichen Straßen empfohlen!

Zunächst liefert ein umfangreicher statistischer Abriss das grundlegende Zahlenmaterial. Dabei rücken Themen wie Disco-Unfälle, geschlechtsspezifische Unterschiede und der Fahrzeugzustand in den Blickpunkt. Die erfolgreichen Projekte «Alkoholverbot für Fahranfänger» und «Begleitetes Fahren ab 17» werden ebenfalls erwähnt. «Wir wollen nicht nur das Bewusstsein für eine sichere Fahrweise stärken, sondern auch technische Ratschläge geben, um das Unfallrisiko zu minimieren. Dabei kommt dem Thema Tuning eine Schlüsselfunktion zu», umreißt Peter Schuler die Aufgabenstellung. Der Grund: Laut einer Studie des Verbands der Automobil Tuner e. V. (VDAT) planen hauptsächlich 18- bis 24-Jährige den Kauf von Tuningteilen.

Ein Überblick über Tuning-Historie, Tuning-Arten sowie Rechtsfragen zum Thema Tuning schließt sich deshalb an das Kapitel Statistik an. In diesem Abschnitt gibt Thomas Schuster, Tuning-Experte derKÜS, wichtige Tipps und Hinweise. VDAT-Geschäftsführer Harald Schmidtke erläutert im Rahmen eines ausführlichen Interviews, worauf junge Fahrer achten müssen, wenn sie ihr Auto sicher tunen wollen.Sein wichtigster Rat: «Der Käufer solltesich unbedingt im Vorfeld darüber informieren, welche Prüfdokumentation sein Wunschprodukt benötigt, um es nach dem Kauf ordnungsgemäß im öffentlichen Straßenverkehr benutzen zu dürfen. Der VDAT gibt hierzu gerne Auskunft und natürlich auch die KÜS.» Das Thema «Information» ist also entscheidend – zumal wenn verschiedene Umbaumaßnahmen kombiniert werden und einen Umfang erreichen, dass eine Einzelbegutachtung nach §21 StVZO notwendig wird.

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Professor Dr. Malte Mienert

«Aufklärung» ist ein weiteres wichtiges Schlagwort, wenn es darum geht, den Ursachen für das Verhalten 18- bis 24-jähriger Verkehrsteilnehmer auf den Grund zu gehen. In der Broschüre widmet sich Professor Dr. Malte Mienert, Juniorprofessor für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen, diesem Themenkomplex ausführlich. Welche Bedeutung hat der Führerschein für Jugendliche? Wie ist das Anfängerrisiko, das alle Führerscheinneulinge unabhängig von ihrem Alter betrifft, einzuschätzen? Und welche Rolle spielen das Jugendlichkeitsrisiko und jugendtypische Risikosituationen wie Disco-Fahrten? Mit diesenKernfragen befasst sich der Experte.Im Juni reisten 25 junge Autofahrer zum Nürburgring. Denn als besonderen Anreiz zum Mitmachen bei der Aktion «Jung fährt sicher 2.0» hatte die KÜS 25 Plätze für ein Fahrsicherheitstraining verlost. Instruktorin war keine Geringere als die bekannte Motorsportlerin Ellen Lohr. «Wir wollten die Gewinner auch auf diese Weise über gefährliche Fahrsituationen aufklären. Außerdem wollten wir ihnen demonstrieren, wie sie ein Auto auch dann noch beherrschen können, wenn es einmal kritisch wird», erklärt Peter Schuler.

Verkehrssicherheitsaktion "Jung fährt sicher 2.0"

Sein Fazit: «Das Thema Verkehrssicherheit hat viele Facetten. Ich bin überzeugt, dass die KÜS mit ihrer bundesweiten Aktion ,Jung fährt sicher 2.0‘ wie schon in der Vergangenheit zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen beiträgt.»

Statistik für 2008

– alle 2 Stunden ein Verkehrstoter
– alle 4 Stunden ein getöteter Pkw-Insasse
– alle 13 Stunden ein getöteter Motorradfahrer oder -mitfahrer
– alle 13 Stunden ein getöteter Fußgänger
– alle 17 Stunden stirbt ein Mensch bei einem Alkoholunfall
– alle 19 Stunden ein getöteter Fahrradbenutzer

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