Ein Kilometer Strecke in 90 Minuten Fahrzeit


Die ungeschriebenen Regeln auf den Straßen von Bali

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Die Sonne scheint. Die Sunset Road – Hauptverkehrsader – ist dennoch gesperrt nach heftigen Regenfällen in der Nacht. Das Wasser steht knietief, und mitten auf der Kreuzung liegt ein Telefonmast. Viele Autos fahren nicht, nur wenige Geländewagen und Motorräder sind im Schritt-Tempo unterwegs. Die Motorräder «hängen» fast am Heck des vorausfahrenden Geländewagens. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt nicht, sondern schiebt den Drahtesel.

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Wir sind auf Bali, und wenn nicht gerade heftiger Regen war, gilt hier eine Art Anarchie in den Straßen. Hauptsache, der Verkehrsfluss gerät nicht ins Stocken. Zum Beispiel fehlen bei vielen Mopeds die Spiegel. Man schlägt sich durch, irgendwie. Bei einem Lkw kann das fast wörtlich gelten, wenn er bei jeder Unebenheit einen Teil seiner Ladung verliert. Dabei werden kaum die Markierungen der Spuren eingehalten. Überholt wird, wo es möglich ist – nicht unbedingt da, wo es vorschriftsmäßig wäre. Allenfalls gilt: Man passt beim Fahren, soweit möglich, auf das vorausfahrende Fahrzeug auf. So kann ein Hupton des vorderen Fahrzeugs dem hinteren signalisieren: Unbedingt in der Spur bleiben, denn es setzt jemand zum Überholen an.

Ein Blinker ist bei weitem nicht so verbindlich wie eine Hupe.

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Wenn ein Blinker eingeschaltet ist, muss das nichts bedeuten – gut möglich, dass der Fahrende schlicht vergaß, ihn zeitig wieder auszuschalten. Da sind 90 Minuten Zeit für einen einzigen zurückgelegten Kilometer durchaus drin. Wer seine Nerven schonen will, kann auf eine einfache Lösung ausweichen und sich chauffieren lassen. Ein Auto mit Fahrer kann zu günstigen Preisen gemietet werden, der Fahrer fungiert dann zugleich als Touristenführer.

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Eher bequem ist man mit dem Auto auf den entlegenen Straßen unterwegs. Einigermaßen flexibles Vorankommen ist in und um Denpasar (Hauptstadt) und in den angrenzenden Touristenregionen von Kuta und Nusa Dua möglich.

Unbedingt zu empfehlen ist der Kauf einer Straßenkarte, denn viele Orte sind nur spärlich ausgeschildert. Jenseits der typischen Touristenregionen wird außerdem kaum Englisch verstanden und gesprochen. Ohnehin wird ein Balinese im Zweifelsfall dem fragenden Touristen das «Geradeaus» empfehlen, einfach nur, damit der sich möglichst sicher fühlt. Zwar führt jeder Weg auf Bali zu grünen Reisfeldern, türkisfarbenem Wasser oder alten Tempeln, was überaus reizvoll ist. Peilt man jedoch ein bestimmtes Ziel an, sollte unbedingt die Straßenkarte konsultiert werden.

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Bali-Infos

  • Motorradleihe: ca. 1,80 Euro pro Tag
  • für längere Aufenthalte: 36 Euro pro Monat, bei längerem Aufenthalt verringert sich der Tagessatz
  • Mietwagen ohne Fahrer: 7 Euro pro Tag
  • Mietwagen mit Fahrer: 21 Euro pro Tag
  • Ein internationaler Führerschein sollte ca. sechs Wochen vor der Abreise nach Bali beantragt werden (15 Euro).

Botschaft der Republik Indonesien in Deutschland

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