Blumenfreunde entdecken 23 Gärten auf Vancouver Island


Teatime bei Veronica

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«Ein bisschen einzigartig sind wir schon», sagt Bryan Zimmerman über die «Kitty Coleman Gardens» in Courtenay auf Vancouver Island. Die Gärten sind Bryans Lebenswerk: Vor 36 Jahren übersiedelte der Obstfarmer aus einem Dorf in Ontario nahe den Niagara-Fällen nach Vancouver Island. Im Laufe der Jahre schuf der Mann mit den wachen Augen und dem leisen Lächeln aus einem Stück Wald die «Kitty Coleman Gardens».

Butchart Gardens_Der versunkene Garten in einem ehemaligen Steinbruch

Butchart Gardens. Der versunkene Garten in einem ehemaligen Steinbruch.

«Viele Besucher meinen,Kitty Coleman habe den Garten geschaffen. Das stimmt nicht, Kitty Coleman ist die Namenspatronin des Gartens. Ich habe den Garten nach ihr benannt, da sie hier in Courtenay ziemlich berühmt ist. Schließlich paddelte sie im 19. Jahrhundert mit dem Kanu die Ostküste von Vancouver Island entlang, um für sich das Land zu entdecken», erzählt BryanZimmerman beim Spaziergang durch die weitläufige Anlage. Fast vier Kilometer lang ist der Rundweg durch die dichte Waldung. Entlang des Flusses, der ebenfalls nach Kitty Coleman benannt ist, vorbei anSeerosenteichen und üppigen Rhododen-drenbüschen führt die Route über den mit Holzschnitzeln ausgelegten Pfad.

Rosenpracht in den Butchart Gardens

Über 3.500 Rhododendren hat der Garten nach den Worten von Bryan Zimmerman aufzuweisen. Ihre farbenprächtige Blüte entzückt in jedem Jahr gegen Ende Mai die Pflanzenfreunde, die in Scharen aus vieler Herren Länder in Zimmermans Grün anreisen. Einen ganzen Tag können sie leicht in den Woodlands verbringen, die sich auf einer Fläche von über neun Hektar ausbreiten.«Kitty Coleman Woodland Gardens» ist einer von ingesamt 23 Gärten, die im Westen Kanadas auf Vancouver Island am sogenannten «Gardentrail» liegen. Die mehr als 300 Kilometer lange Autoroute führt von der Provinzmetropole Victoria entlang der Ostküste über den Highway 19 nordwärts bis in den Flecken Holberg, wo der norwegische Einwanderer Bernt Ronning im Jahre 1910 sein kleines Gartenparadies aus exotischen Bäumen, Buschwerk und Blumen schuf. Abweichend von der Ostroute ist der Botanische Garten in dem Pazifikstädtchen Tofino. Wer ihn ebenfalls besuchen will, sollte ab Parksville eine Zwei-Tages-Reise einrechnen. Schließlich sind es von dort westwärts durchs Gebirge auf der teilweise schmalen, kurvenreichen Straße Nummer 4 hin und zurück glatte 172 Kilometer.

B_Zimmerman_Kitty Coleman Woodland Gardens

Bryan Zimmerman in den Kitty Coleman Woodland Gardens

Vancouver Island – um einen Vergleich zu ziehen – hat mit 31.000 Quadratkilometern etwa die Größe von Belgien.

Die bekannteste und wohl auch am meisten besuchte Anlage entlang der Route ist «Butchart Gardens» am Stadtrand von Victoria. 1920 entstand die gepflegte Gartenanlage im ehemaligen Steinbruch der Butchart-Zementfabrik. Jennie Butchart hatte zwar, so gestand sie später, keine Ahnung vom Gartenbau. Doch mit bemerkenswertem Geschick und vielen Helfern baute die Unternehmergattin rund um ihren Wohnsitz die Gärten in verschiedenen Stilrichtungen auf. Im ausgedienten Steinbruch entstanden terrassenartige Blumenbeete, ein Tennisplatz wurde später in einen italienischen Garten umgewandelt. Jennie Butcharts Töchter und die Enkelkinder setzen bis heute noch das Engagement für den inzwischen 22 Hektar großen Garten fort.

Milner Gardens and Woodland.Wohnhaus von Lady Milner

Wohnhaus von Lady Milner

«Butchart Gardens» scheint an manchen Tagen geradezu vor lauter Besuchern aus den Nähten zu platzen. Besonders beliebt ist der Rosenhain. Wenn die riesigen Kreuzfahrtschiffe vorwiegend mit US-Touristen in Victoria angelegt haben, ist einer der Landausflüge nämlich die Bustour nach «Butchart Gardens».

So unterschiedlich wie die Geschichte ist auch die Form der 23 Gärten entlang des «Gardentrails». Während Bryan Zimmermans Grün in Courtenay unter Kennern als einer der «most informal gardens» gilt, überrascht «Milner Gardens» in Qualicum Beach durch seine Zweiteilung von ur‑altem, naturbelassenem Zedernwald und Gartengrün in englischem Stil rund um das hübsche Wohnhaus der einstigen Gartenpatronin und Blumenmalerin Veronica Milner.

Springbrunnen in Milner Gardens and Woodland

Neben dem Rundgang durch den Garten lockt die Besucher vor allem die «Teatime» im ehemaligen Wohnhaus der Adligen. Die «Milner Gardens», die nach dem Tod der britischen Lady im November 1998 von der Vancouver Islands University geführt werden, werden heutzutage von mehr als 200 freiwilligen Helfern und Helferinnen gehegt und gepflegt. Von überall her kommen jährlich etwa 25.000 Besucher in den sehenswerten Garten, selbst aus Austra‑lien, Neuseeland und den Niederlanden.

Gerne zeigen die älteren Damen und Herren bei einem Rundgang durch das britisch anmutende Wohnhaus von Lady Milner den Besuchern die Erinnerungsstücke einer großen Vergangenheit. Dazu zählen Fotos und Signaturen vom Besuch der Königin Elizabeth und Prinz Philipp, die im Oktober 1987 gleich drei Tage in «Milner Gardens» verweilten und sich an der grandiosen Aussicht über das Meer auf die schneebedeckten Berge der Rocky Mountains erfreuten.

Milner Gardens and Woodland_Ausblick auf die Strasse von Georgia auf die Rocky Mountains

Ausblick auf die Straße von Georgia auf die Rocky Mountains.

Fährschiff nach Vancouver Island

Ebenso stolz sind sie in «Milner Gardens» auf die Kurzvisite von Prinz Charles und Lady Diana, die anlässlich der Eröffnung der Weltausstellung EXPO in Vancouver am 5. Mai 1986 zum Lunch in Veronica Milners Anwesen weilten. Der Chronist notierte damals von diesem Besuch:

«Lunch was served precise at 1:00 pm. Not a minute before, or after.»

Old England lebt in der Erinnerung weiter.

Teatime im Haus von Lady Milner.Milner Gardens and Woodland

Informationen

Tourism British Columbia
Frankfurter Straße 175
63263 Neu-Isenburg
Tel.: 0 18 05 – 52 62 32 (14 c/min)
canada-info@t-online.de

Internet

Anreise und Formalitäten

Direktflüge von Deutschland ab München, Frankfurt und Düsseldorf nach Vancouver Int. Airport, Flugzeit etwa
9.30 Stunden.

Leihwagen verschiedener Anbieter am Flughafen Vancouver Int. (YVR), Fähre mit B.C. Ferries ab Tsawwassen nach Duke Point/Nainamo, Fahrtzeit 2 Stunden.

Zur visumfreien Einreise und zum Aufenthalt bis maximal 6 Monate genügt der deutsche Reisepass. Der deutsche Führerschein wird akzeptiert.

Klima und Reisezeit

Im Sommer (Juni bis August) Tageshöchstwerte 18 bis 24 Grad bei hoher UV-Strahlung.

Zeitverschiebung

Je nach Jahreszeit 9 bis 10 Stunden zurück.

Unterkunft

Vom Bed and Breakfast/Frühstückspension (B & B) bis zum Luxusresort ist alles vorhanden.

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