Arbeitsunfälle und Folgen


– ein unterschätztes Problem

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Eine Hauptuntersuchung an einem schönen Sommertag. Stressfrei, mit einem höflichen Kunden und einem regelmäßig gewarteten und erkennbar gepflegten Fahrzeug. Nichts deutete auf außergewöhnliche Vorfälle hin. Und doch: Plötzlich durchzog mich ein stechender Schmerz, so stark, dass er mich zwang, die HU abzubrechen.


Plötzlich durchzog mich ein stechender Schmerz

Die Folgen: Vorstellung beim Durchgangsarzt und beim Facharzt, zunächst konservative Behandlung, dann Komplikationen und Klinikaufenthalt. Am Ende stand die dann doch unvermeidliche Operation nach Bandscheibenvorfall.

Das war noch nicht alles:

Daraus wurden sechs Monate der Arbeitsunfähigkeit bzw. der nur begrenzt gegebenen Arbeitsfähigkeit. Heißt: Rehabilitation und anschließend betriebliche Wiedereingliederungsmaßnahmen (kurz: BEM). Das alles ist mit starken Einschränkungen der Lebensqualität verbunden Aber die Folgen eines solchen Geschehens gehen noch weiter: Für den Erkrankten heißt es, vorübergehend mit Lohnersatzleistungen auszukommen, die nur zwei Drittel des Gehalts betragen. Für die Kollegen bedeutet es erhebliche Mehrbelastung, für das Unternehmen unter Umständen das Wegbrechen von Kunden. So macht sich der auf dem Wege entstandene personelle Engpass auch im Umsatz bemerkbar.
Nichts, gar nichts deutete am Tag des Bandscheibenvorfalls darauf hin, dass sich mein Leben so einschneidend verändern würde. Die tägliche (Arbeits)-Routine schien für Sicherheit zu stehen, die Kommunikation und die Kundenberatung für Freude am Arbeitsalltag. Und doch ist dieser Arbeitsalltag – völlig unabhängig von der Branche – durch einseitige Belastungen und für den Körper ungünstige Bewegungsabläufe oftmals geeignet, eine Erkrankung herbeizuführen.
Fazit: Vorbeugen ist besser als Heilen – oft eine Binsenweisheit, hier ein weithin unterschätztes Problem auf den Punkt bringend.
Das klingt gut, logisch und einfach. Und die Praxis? Beginnt damit, das Umfeld und die Tätigkeit genau zu analysieren. Im Zentrum der meisten Erkrankungen und Beschwerdebilder am Bewegungsapparat (wir erinnern uns an Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling: Isch habe Rücken) steht die Muskulatur. Naturgemäß nimmt die Muskelmasse – auch wenn man zeitig gegensteuert – ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab. Wiederum 25 Jahre später, hat man erst einmal die 50 erreicht, beschleunigt sich der Vorgang noch. Hinzu kommt: Im Alltag werden meist jene Muskeln besonders vernachlässigt, welche im gesunden Zustand die Wirbelsäule stützen.
Durch eine geringe dynamische Bewegung über den Tag wird zudem der Nährstoffhaushalt der Bandscheiben nachhaltig gestört – es folgen Elasti-zitäts- und Höhenverlust sowie die Bildung von Rissen.
Konsequenz: Wichtig ist somit die Stabilisierung der Wirbelkörper durch den Aufbau der tiefliegenden kurzen Muskeln, die die Wirbel verbinden. Unterstützung ist erforderlich durch Aufbau und kontinuierliches Training der Bauch (vorn)- und Beckenbodenmuskeln (unten). Zusammen mit dem Zwerchfell oben bildet sich so eine stabilisierende Form.
Wie das in der Praxis funktioniert, lesen Sie in KÜS Magazin 63. Es klingt komplizierter als es ist. Versprochen!

Rawpixel Ltd./ Envato.com

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