Salzburg: Eine Hotel-Idee für gestresste Durchreisende


Das klassische Nickerchen als Namensgeber

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Die Idee hätte dem berühmtesten Sohn der Stadt sicher gefallen: Auf Reisen, am Ende einer Tagesetappe, schnell in ein Hotel kommen können, das Gepäck abstellen und dann in einen tiefen, erholsamen Schlaf fallen. Auch wenn für den nächsten Morgen eine sehr frühe Weiterfahrt geplant gewesen wäre, hätten die wenigen Stunden Schlaf ihr Gutes gehabt.

DOPPELZIMMER bild 2

Wolfgang Amadeus Mozart freilich blieb eine solche Annehmlichkeit verwehrt, wie zum Beispiel der Schriftsteller Jean-Jacques Greif in seiner Mozart-Biographie beschreibt. Das Reisen dürfte dem musikalischen Wunderkind fast schwerer gefallen sein als der Vortrag vor erlesenem Publikum. Wer heute in Höhe Salzburg auf der Autobahn nichts lieber möchte als die Tagesetappe zu beenden, hat es wesentlich einfacher: Genau dieses Bedürfnis war Namensgeber für ein 2008 eröffnetes Hotel in der Maxglaner Hauptstraße, rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

HOTEL bild 4 (fassade)

Das «snooze» (englisch für «Nickerchen» ) verblüfft durch moderne, fast futuristische Architektur. Und es ist konsequent funktional ausgerichtet, fast wie ein Anschauungsbeispiel zum Grundsatz für Gebrauchs-Design: Die Funktion bestimmt die Form.

Also nüchtern, praktisch und auf einen kurzen Aufenthalt eingerichtet? Nein, die Wohlfühl-Atmosphäre kommt dann doch nicht zu kurz. Aus einem «snooze» darf gerne einen längeren Schlaf machen, wer es sich von der Zeit her leisten kann. Der Zeitfaktor ist übrigens auch der Grund für eine ungewöhnliche Handhabung des Frühstücksangebots: Es ist nicht im Zimmerpreis enthalten, sondern wird separat geordert. Die Erfahrung lehrt, dass mancher Reisender seine Zeit so eng planen muss, dass nur ein paar Stunden Schlaf drin sind, nicht aber ein Frühstück. Wer es irgendwie einrichten kann, sollte es nicht versäumen.

Frühstücksraum

Viele Spezialitäten am Frühstücksbuffet, darunter das Brot, die Mehlspeisen (österreichisch für süßes Gebäck) sowie Brotaufstriche und Salate werden täglich frisch hergestellt, im eigenen Hause.

Das lohnt sich, und essen muss man irgendwann am Tage schließlich so oder so – was dann nicht selten in Fast Food endet und allenfalls den «auf halb acht» hängenden Magen zufrieden stellt, aber nicht die Geschmacksnerven.

Und so schwer, wie es der junge Wolfgang Amadeus auf Reisen mit seinem Vater hatte, muss man es sich heute zum Glück nicht mehr machen.

Webtipp

Über das snooze Hotel in Salzburg informiert die Internetseite www.snoozehotel.at.

Bücher

Über das Leben des jungen Wolfgang Amadeus Mozart informiert die Biographie von Jean-Jacques Greif: Mozart (C. Bertelsmann Verlag; 14,50 Euro). Übrigens: Die nach ihm benannten Kugeln aus Nougat und Marzipan sind in Salzburg allgegenwärtig und auch außerhalb Salzburgs bei Schleckermäulchen beliebt. Erfunden hat sie der Salzburger Konditor Paul Fürst. In den Filialen der Salzburger Firma Fürst wird sie bis heute als Original Mozartkugel angeboten.

Interessante Tipps für Unternehmungen vor Ort finden sich in den Reiseführern: «Salzburg» (Reihe: DuMont Reise-Taschenbuch) und «Salzburger Land» (Marco Polo).

Mozart von Jean-Jacques Greif

RTBSalzburg2006

MPSalzburgerLand

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