Historie: Ein besonderer Innocenti


Eine 40-jährige Geschichte mit glücklichem Ausgang

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Es ist die Geschichte von einem, der sein Auto verkaufte und immer wieder auf die Suche nach seinem Leyland Innocenti geht, um ihn dann wieder zurückzukaufen. Die Geschichte des heutigen und gleichzeitig früheren Besitzer eines Innocenti MINI Cooper 1300 B39 (in Italien bei Innocenti in Lizenz gebauter MINI – Bauzeit: 1973–1975).

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Mario Weber 1975

Mario Weber, inzwischen Rentner, fährt schon immer gerne Auto, insbesondere MINI und dessen Derivate. Nachdem er sein erstes Auto, einen Austin MINI 1000 MK II Bj. 1968, fast 3 Jahre gefahren hat, bestellt er beim ansässigen MINI-Händler in Bad Kreuznach einen Leyland Innocenti MINI Cooper 1300.

In der Farbkarte sucht er sich die Kombination „verde chiaro/nero“ aus und unterschreibt am 24. April 1975 den Kaufvertrag über 9.140  DM. Seinen damaligen MINI gibt er für 2.640 DM in Zahlung. Dann ist es soweit und der Innocenti MINI Cooper wird endlich geliefert.

Am 12. Juni 1975 lässt er seinen neuen MINI auf das Kennzeichen KH-A 62 zu. Nachträglich werden noch Automatikgurte, ein Ölwannenschutz, ein abschließbarer Tankdeckel an- und eingeschraubt. Gummifußmatten als Zusatzausstattung vervollkommnen das Interieur. Der Endpreis liegt somit bei 9.375,40 DM. Sofort sieht er sich nach Alu-Felgen um und entscheidet sich für einen Satz DUNLOP LP922 in der Größe 5×10. Auf die originalen Stahlfelgen werden Winterreifen montiert. Später baut er noch ein Paar Recaro-Kopfstützen in die Sitze.

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Mario Weber 2015

Anfang 1976 nervt Mario Weber diese grelle grüne Lackierung so sehr, dass er den MINI in einem Vauxhall-Grünmetallic (Vauxhall ist die englische GM-Tochter) umlackieren lässt. Im Juli 1976 steht ein erster Verkauf des Innocenti an, da ersich einen BMW 320 kauft. Der MINI steht dann einige Zeit bei einem freien Gebrauchtwagenhändler und wird aber nicht verkauft. Kurz entschlossen verkauft er den BMW wieder und fährt seinen MINI weiter.

Anfang 1977 will Weber dann endgültig vom MINI-Fahren Abschied nehmen und bestellt sich beim VW-Händler seinen ersten Volkswagen. VW Golf– Serie 1. Es ist ein GLS in schwarz mit 75 PS. Den Innocenti gibt er dort mit 47.000 km für 5.500 DM in Zahlung.

Nach ein paar Wochen steht sein Ex-MINI nicht mehr im Ausstellungsraum. Auf seine Frage wohin er verkauft wurde, bekam er zur Antwort, dass er gestohlen wurde.

Der Automobilverkäufer schildert ihm Folgendes: „An einem Samstag kam ein Interessent und wollte sich eine Finanzierung ausrechnen lassen. Der tüchtige Verkäufer schickte ihn auf Probefahrt und wollte in dieser Zeit die Finanzierung ausrechnen. Der „Kunde“ fuhr so zwei Wochen lang zur Probe und stellte den MINI irgendwo am Straßenrand verschlossen ab. Die Polizei fand den Leyland Innocenti unbeschädigt.

So kommt der gestohlene MINI wieder in die Ausstellungshalle und wird am 1.12.1977 endgültig verkauft. Das Golf-Fahren macht Mario Weber inzwischen sehr großen Spaß. Nur fehlt ihm doch irgendwie sein MINI.

Im November 1978 kommt es zum Kauf eines MINI Special, der gerade mal 4 Monate alt ist und einen leichten Blechschaden vorne links hat. Er wird in „seiner“ MINI-Werkstatt repariert, in Porsche-Grünmetallic lackiert und nach seinen Vorstellungen veredelt. Diesen MINI besitzt Weber noch heute.

Zur gleichen Zeit liest er in der Zeitung, dass der FIAT-Händler aus Simmern einen MINI mit leichtem Frontschaden zum Verkauf anbietet. Anhand der Daten denkt er wieder an seinen ehemaligen Innocenti.

Er fährt nach Simmern und sieht, dass es sein ehemaliger Leyland Innocenti MINI Cooper ist. Der Kaufvertrag wird umgehend unterzeichnet, der MINI auf einem Anhänger nach Bad Kreuznach in die MINI-Werkstatt gebracht und wieder fahrbereit aufgefrischt. Lackiert wird er in Porsche-Oakgreen. Danach stehen beide MINIs in seiner Garage.

Eine Frage drängt sich ihm auf: Welchen der Beiden verkaufen, oder doch lieber beide behalten? Er entscheidet sich dazu, den Innocenti zu verkaufen. Erstaunlich schnell findet Mario Weber einen Käufer. Er telefoniert ab und zu mit dem neuen Eigner „seines“ Innocentis. Eines Tages sagt dieser zu ihm, er habe den MINI in die Nähe von Worms verkauft.

Dann verliert sich jegliche Spur.

Wie geht die Odyssee des Leyland Innocenti MINI Cooper 1300 weiter? Teil 2 im nächsten KÜSmagazin.

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