Giovanni Trappatoni: Der neue Markenbotschafter von Fiat Professional


„Ich bin eben Italiener“

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Präsentationen von neuen Fahrzeugen laufen in der Regel immer nach einem Schema ab: Anreise, Unterweisung in die vom Hersteller mitgebrachten Fahrzeuge, danach Möglichkeit zum Testen der neuen Fahrzeuge, eine ausführliche Pressekonferenz, Mittagessen, Ende der Veranstaltung. In diesem ganz speziellen Fall Mitte April im südlichen Schwabenland lag die Sache etwas anders.

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Denn Fiat Professional, die Nutzfahrzeug-Sparte der Italiener, hatte einen ganz besonderen Gast mitgebracht. Einen Landsmann mit besonderer Ausstrahlung, den das Haus erst wenige Tage zuvor als Markenbotschafter hatte verpflichten können: Der weltweit wohl erfolgreichste Fußball-Trainer, Giovanni Trapattoni. Der mittlerweile 74-Jährige hat bei den größten Klubs seiner italienischen Heimat, in Deutschland, Portugal, Österreich und Irland als Vereins- und Nationaltrainer gearbeitet und dabei unzählige Titel gesammelt.

Trapattoni, das merkten wir gleich zu Beginn unseres Vier-Augen-Gesprächs, ist nicht nur ein absoluter Fachmann in Sachen Fußball. Er ist auch ein glänzender Botschafter für Fiat Professional mit seiner professionellen Auf- und Einstellung. Ein wahrer Lebemann von Format. Höflich, zuvorkommend, konziliant. Ein Mann mit Ausstrahlung und Charisma. Dass ihn das Haus Fiat für die Werbe-Kampagne natürlich „gebrieft“ hatte, („Sowohl in Deutschland als auch in Österreich spielt Fiat Professional um die Meisterschaft. Dieses starke Team unterstütze ich gerne!“) verstand sich von selbst. Aber „Trap“ ist keiner, der nur ein paar vorgegebene Standardsätze „herunter betet“.

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Man merkte es ihm im Verlaufe des Gesprächs deutlich an, wie sehr er es schätzte, nach seiner Meinung, seinem Urteil gefragt zu werden. Unser Gespräch drehte sich dabei weiß Gott nicht nur um den schnöden Kick. Darauf angesprochen, warum man ihm auch noch viele Jahre nach seiner Arbeit als Trainer in München und Stuttgart in Deutschland eine solch hohe Wertschätzung entgegenbringe, meinte er: „Ich war in meiner Meinung immer gerade heraus. Ich hatte nie Angst, auf die Leute zuzugehen, auch wenn ich ihre Sprache nicht perfekt beherrscht habe. Ich bin Südländer, sehr emotional. Und Emotionen sind eine ausgezeichnete Sprache im Fußball. Deswegen haben mich die Leute immer verstanden. Vielleicht lieben die Deutschen auch ein wenig den Italiener in mir.“

Die Frage, warum die deutschen Kicker bei Welt- oder Europameisterschaften in der Regel gegen die Italiener verlieren, konnte auch er natürlich nicht schlüssig beantworten. Aber er stellte interessante Parallelen zwischen beiden Nationen an: „Vielleicht ist das eine Frage der Mentalität. Die Deutschen wollen unbedingt endlich gegen diese Italiener gewinnen. Sie bereiten sich vor wie nie, denken an nichts anderes mehr. Sie glauben, heute müsse es endlich klappen. Italiener sind nicht so. Unsere Fußballer sind nicht besser als die der Deutschen. Aber vielleicht denken sie weniger nach, sind unbekümmert. Und dann gehen sie raus, schießen ein Tor und die Deutschen fallen in Gedanken um. Weil sie es sich anders gedacht haben vor dem Spiel. Und dann ist das Spiel aus und die Italiener haben wieder einmal gewonnen.“

Was ihm denn aus seiner Zeit als Trainer in Deutschland besonders in Erinnerung geblieben war, wollten wir wissen. Und auch darauf hatte der kleine, große Mann des internationalen Fußballs eine wunderbare Antwort: „Es ist diese Disziplin, diese Verlässlichkeit, die mich beeindruckt. Wenn bei uns in Italien der Bus einmal nicht kommt, nehmen wir den nächsten. In Deutschland würde man ein Geschrei machen. Und noch eines: Deutschland hat sehr viele gute Fußballer. Aber Deutschland hat auch sehr viele schöne Frauen. Wissen Sie, ich bin eben Italiener.“

Dem ist nach einem sehr anregenden Gespräch mit einem der ganz Großen der internationalen Fußballwelt eigentlich nichts hinzuzufügen. Grazie, Signore!

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