Eigene App erlaubt die Fahrt mit dem Tesla


Unternehmen aus dem Münsterland bei Elektromobilität weit vorne

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Ahaus ist eine Stadt im Münsterland mit unter 40.000 Einwohnern. Doch die Zahl der Elektrofahrzeuge liegt hier ungewöhnlich hoch. Grund ist primär Tobit Software, ein Unternehmen, das mit 90.000 Kunden zu den ganz Großen in der Entwicklung von Apps für Smartphones zählt.

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Die Ladestation für die 25 Akkus der Elektrofahrräder haben die Mitarbeiter von Tobit selbst entwickelt.

„Wir sind ein ewiges Startup-Unternehmen und definieren uns in jedem Jahr neu“, beschreibt Pressesprecher Dieter van Acken die Philosophie von Tobit Software, zu der gehört, potenzielle neue Geschäftsfelder erst selbst auszutesten. Entsprechend hat Tobit inzwischen ein eigenes Hotel mit 18 Zimmern, ein Erlebnis-Restaurant, die Concept Bar & Lounge und einen Schnellimbiss mit Lieferservice namens TKWY (gesprochen Take away). Bei allen Unternehmungen spielt das Smartphone eine entscheidende Rolle – sei es für die Buchung, als Türöffner und zum bargeldlosen Bezahlen.

Mit dem TKWY begann die Elektromobilität bei den Westmünsterländern. Zur Auslieferung wurden zwei Renault Twizzy geordert. Ihre Fahrer starten das Gefährt übers Smartphone, bekommen sofort die Route zum Kunden angezeigt. Denn auch die Bestellungen werden komplett über eine App verwaltet und abgearbeitet.

Über 200 Menschen arbeiten inzwischen fest angestellt für Tobit, dazu kommen zahlreiche Aushilfen – bevorzugt in der Gastronomie oder bei den zahlreichen Events in der 1.500 Personen fassenden Halle mitten im Tobit-Hauptgebäude.

Daher stehen nicht nur Programmierer auf der Gehaltsliste, sondern auch Handwerker, die sich um die Gebäudeunterhaltung und den Auf- und Abbau rund um die Events kümmern. Ihre Materialtransporte erledigen sie mit Melex-Elektrotransportern mit Straßenzulassung und einem Elektroschlepper. „Damit können sie emissionsfrei in den Hallen fahren“, unterstreicht van Acken.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAGanz vorne auf dem Firmenparkplatz gibt es vier Parkbuchten für Elektroautos. Mit Ladesäulen, die mittels App auch von Betriebsfremden genutzt werden können. Meist hängen jedoch die Tobit-Fahrzeuge am Ladekabel: ein Renault Zoe, ein VW e-up, ein VW e-Golf und zwei Tesla. Während die ersten drei wegen ihrer beschränken Reichweite für kurze Fahrten im Umkreis von etwa 50 Kilometern benutzt werden, kann man mit dem Tesla eine Fahrt nach Frankfurt riskieren.

Einer der beiden Tesla dient in erster Linie als rollendes Labor. Da er anders als die meisten Fabrikate eine offene Schnittstelle hat, ist er für Tobit ideal: „Wir greifen einfach auf den internen Bus zu“. So kann man per App vom Smartphone aus zum Beispiel die Fensterheber betätigen oder das Licht ein- und ausschalten. Auch wenn der Tesla noch einen Schlüssel hat: Zuerst muss man ihn übers Smartphone buchen, was nur möglich ist, wenn man dazu autorisiert ist.

Auf der anderen Straßenseite in einem separaten Raum warten 25 Elektrofahrräder, die von jedermann zum symbolischen Preis von 1 Cent/Stunde gebucht werden können. Wird der Akku angesteckt, verbindet sich das fest eingebaute Smartphone mit dem Smartphone des Benutzers. Per Tastendruck auf dem eigenen Display wird das Rad aufgeschlossen und die Tour kann beginnen. Ohne Smartphone aber – das ist für Tobit zurzeit undenkbar.

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