Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Drei militärische Jeep-Modelle


Gründerväter des SUV-Segments

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„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“ sagte schon der griechische Philosoph Heraklit. Im Jahr 1940 verlangte die US-Army nach einem leichten Aufklärungsfahrzeug. Das Lastenheft dafür forderte neben 590 Kilogramm Leergewicht eine Vierteltonne Nutzlast, maximal 1,90 Meter Radstand und 91 Zentimeter Höhe, umklappbare Frontscheibe, drei Sitze, bis 80 km/h ruhig laufender Motor, Hinterradantrieb, zuschaltbare Vorderachse, Geländeuntersetzung, hydraulische Bremsen sowie vorn und hinten 45 bzw. 40 Grad Böschungswinkel.

American Bantam präsentierte als erster das BRC 40 (Bantam Reconaissance Car), konnte jedoch die angepeilten Stückzahlen nicht liefern. Willys Overland folgte mit dem „Quad“ und erhielt den Auftrag. Ford brachte schließlich das Modell GP (Government Contrac P). Von dessen, „tschi-pi“ gesprochener Abkürzung stammt möglicherweise der Begriff „Jeep“. Ford baute zusätzlich den Willys-Zwilling Ford GPW.

Für den militärischen Bedarf liefen bis 1945 bei Willys 370.000 und bei Ford 277.000 Exemplare vom Band. Bantam durfte zumindest den einachsigen Anhänger für den Jeep bauen. Willys MB und Ford GPW wogen leer 1.114 kg, boten 454 Kilogramm Anhängelast und 22 Zentimeter Bodenfreiheit. Bei 3,33 Meter Länge war jeder Jeep 1,57 Meter breit und mit Verdeck 1,83 Meter hoch. Mit dem 61 PS starken 2,2-Liter-Vierzylinder-Benziner wurden 88 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht und 54 Liter Tankinhalt ergaben 380 Kilometer Reichweite. Dreiganggetriebe mit Geländereduktion, hydraulische Bremsen, mechanische Schneckenlenkung, Blattfedern, hydraulische Stoßdämpfer und 6-Volt-Elektrik kennzeichneten die Technik.

1948 entstand das erste SUV

Auf Basis des Militärmodells entstand 1945 der „Civilian Jeep“ CJ-2A und 1946 folgte mit dem Willys Wagon der erste aus Stahl gebaute Kastenwagen zur Personenbeförderung. Ein Jahr später verkraftete der Willys Pick-up bereits eine Tonne Zuladung. Mit dem Jeepster (VJ) – ohne Vierradantrieb, aber mit Cabrioverdeck und 2,6-Liter-Sechszylinder – folgte 1948 das erste Sport Utility Vehicle.

Der 1950 im Zuge des Koreakrieges für militärische Zwecke geschaffene M38 basierte mit vergrößerten Abmessungen und einteiliger, nicht mehr ausstellbarer Frontscheibe zwar äußerlich auf dem zwei Jahre vorher eingeführten CJ-3A – Aufhängungen bzw. Rahmen waren aber noch robuster ausgelegt. Außerdem gab es abgedichtete Entlüftungen für Motor, Getriebe und Kraftstoffsystem sowie eine wasserdichte elektrische Anlage.

Obwohl ab 1953 für das Militär der M38 A1 mit der gerundeten, wagenbreiten Motorhaube und einer geteilten Frontscheibe gebaut wurde, blieb es bis 1965 für zivile Zwecke bei dem „Universal Jeep“ CJ-3B. Erst 1955 entstand mit der Karosserie des M38 A1 der bis 1983 gefertigte CJ-5. Den gab es auch als Liefer- und Freizeitfahrzeug DJ-3A ausschließlich mit Hinterradantrieb und unterschiedlichen Verdeck-Varianten oder als „Dispatcher“ mit Schiebetüren.

Nachdem Willys Overland von der Kaiser-Frazer Corporation übernommen und in Willys Motors umbenannt worden war, folgte 1956 als letzte Militär-Variante eine verlängerte Version des M38 A1 für den Sanitätsdienst. Darauf basierte mit gleicher Länge, aber unverändert kurzen Tür-Ausschnitten der CJ-6. Der bot bis 1975 als Zweisitzer die Ladefläche eines Pick-up und war mit Vier- oder Sechszylindern und sogar V8-Motoren erhältlich.

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