BMW setzt aufs „urbane Zweirad“


Roller reloaded

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In der mobilen Welt von morgen werden Einspurfahrzeuge eine entscheidende Rolle spielen. Davon ist BMW felsenfest überzeugt. Deshalb starten die Bayern jetzt den zweiten Versuch, mit einem urbanen Zweirad zu punkten – und das gleich im Doppelpack.

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C 600 Sport und C 650 GT heißen die beiden gleich stark motorisierten Maxi-Scooter, mit denen BMW die Idee des seligen C1 (2000-2003) neu aufleben lässt. Dieses Mal ohne Dach, dafür mit Helmpflicht, vollwertigem Soziusplatz und reichlich Power.

60 PS und 66 Nm Drehmoment leistet der komplett neu entwickelte Zweizylinder mit 647 Kubikzentimeter Hubraum, den BMW im dynamischen C 600 Sport und im tourentauglichen C 650 GT einsetzt. Damit gehört der Reihenmotor zu den stärksten Aggregaten im Segment. Deutlich mehr leistet laut Datenblatt nur der 840-Kubik-V2-Motor im neuen Aprilia SRV 850 (76 PS, 75 Nm, 194 km/h Spitze, ab 10.390 Euro).

10.000 Einheiten pro Jahr sind geplant. Damit würde das Rollerduo in den BMW-Modellcharts einen der vorderen Plätze belegen. Ein vielversprechendes Geschäft: Die Preise starten bei 11.100 (BMW C 600 Sport) beziehungsweise 11.450 Euro (C 650 GT). Zum Vergleich: Der bisherige Platzhirsch Yamaha TMAX kostet 10.995 Euro, den Kymco Myroad 700i gibt es ab 8.499 Euro.

Mit 2,16 (Sport) bzw. 2,22 (GT) Meter Länge verhält sich das Roller-Duo von BMW zur klassischen Vespa wie ein Kompaktvan zum Kleinwagen. Gut einen Meter der stylischen Generation C bedeckt die üppige Sitzbank, die man nur widerwillig verlässt. Fahrer und Beifahrer reisen auf dem benzingetriebenen Canapé extrem bequem. Gegen Aufpreis gibt es Komfort-Leckerlis wie eine getrennt beheizbare Sitzbank und LED-Tagfahrlicht. Lästige Schaltarbeiten erspart BMW dem C-Biker: Ein stufenloses CVT-Getriebe schiebt das Roller-Duo kräftig nach vorn. Tempo 100 erreicht der C 600 Sport nach 7,1 Sekunden, der C 650 GT benötigt vernachlässigenswerte 0,4 Sekunden mehr. Auf der Autobahn geht es schnurstracks geradeaus bis maximal 175 km/h. Das Fahrwerk steht den großen Maschinen von BMW dabei in nichts nach.

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Erster an der Ampel

Beim Ampelspurt hängen die beiden Sprinter von der Spree (die Fertigung erfolgt in Berlin) jeden anderen Großroller ab, verspricht BMW. Ein wichtiges Verkaufsargument in Städten wie Rom oder Paris, wo Mann gern die Rollernase vorn hat. Traktionskontrolle und ABS verhindern, dass die Räder durchdrehen bzw. blockieren.

5,3 Liter auf 100 Kilometer gönnte sich das Roller-Duo bei ersten Testfahrten. Macht gut 300 Kilometer Reichweite mit einer Tankfüllung; sehr ordentlich für Großroller und Motorräder. In Zukunft soll es auch völlig emissionsfrei durch die wachsenden Großstädte dieser Welt gehen – mit der emissionsfreien Elektroversion des „Einspurfahrzeugs“.

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