Auto-Tempel am Bosporus


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In der türkischen Millionenmetropole Istanbul entsteht das wohl größte Autoparadies der Welt. Auf fünf Etagen und einer Gesamtfläche von rund 216.000 Quadratmetern (entspricht der Größe von rund 20 Fußballfeldern) sollen Ende des Jahres mehr als 2.500 Fahrzeuge präsentiert werden. Im Angebot sind Motorräder, Gebrauchtwagen, Autos für Normalverdiener, Motoryachten und Supersportwagen, aber auch Fahrräder sowie Wohnwagen. Der Auto-Gigant ist 365 Tage im Jahr geöffnet.

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«Autopia» heißt der Mega-Bau, der künftig rund 200 Händler für Neu- und Gebrauchtwagen sowie 74 Kfz-Werkstätten für jeden Geschmack und Geldbeutel beherbergt. Ständig seien dann dort die neuesten Modelle, Trends und Technologien zu sehen. Wer will, kann sein Gefährt reparieren oder tunen lassen, sowie die passende Versicherung oder Finanzierung aussuchen.

Vorgesehen sind mehr als 500 Geschäfte, 56 Restaurants oder Cafés, 24 Banken, zwölf Geldautomaten, 42 Versicherungsbüros, Notare, Dienstleistungen, Kfz-Zubehör sowie ein Kinokomplex.

Die Betreiber rechnen jährlich mit bis zu 6 Millionen Besuchern. Zum Vergleich: Die Mercedes-Benz-Welt am Berliner Salzufer lockt pro Jahr etwa eine Million Gäste an.

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In der Istanbul-Praxis sieht das dann so aus: Alle drei Stockwerke und zwei Kellergeschosse (mit jeweils sieben Meter Raumhöhe) sind mit dem Auto erreichbar. Der Clou ist aber die eigene Rennstrecke auf dem Dach! Das Autodrom ist für Testfahrten der potenziellen Autokäufer vorgesehen und misst 800 Meter. «Autopia ist das weltweit einzige Automobil-Einkaufszentrum, wo rund um das Fahrzeug alles unter einem Dach zu finden ist», sagt der Generalmanager Bilge Çalıklı Arpaci. Die Kosten des Projektes, das von der Firma Gül and Keleşoğlu Construction gebaut und später betrieben wird, belaufen sich auf rund 150 Millionen Dollar.

Das Auto wird auch zum Symbol eines neuen Wohlstands im Land. Immer mehr Türken können sich einen eigenen Wagen leisten. Die Autodichte nimmt rasant zu. Vor zehn Jahren rollten 8,3 Millionen Fahrzeuge über türkische Straßen – seitdem hat sich die Zahl fast verdoppelt und liegt derzeit bei 14,5 Millionen. Jährlich werden dort rund eine halbe Million Neuwagen und 2,5 Millionen Gebrauchte verkauft. Neben Pkw sind Kleintransporter begehrt. Nach Schätzung der Ankaraner Regierung besitzen drei von vier türkischen Privathaushalten noch kein eigenes Auto.

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Ein Großteil der Autopia-Fläche wurde wenige Monate nach Baubeginn bereits vergeben – zu Preisen, die bei rund 350.000 Dollar pro Ladenfläche beginnen. Istanbul besitzt schon ein «Auto-Kaufhaus», in dem ausschließlich Gebrauchtwagen gehandelt werden. Wenige Kilometer von der «Autopia»-Baustelle entfernt entsteht gegenwärtig ein weiterer Autotempel. Aber das ist noch lange nicht das Ende. In den kommenden Jahren werden in der Türkei noch viele neue Auto-Kaufhäuser gebaut.

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