20 Jahre: Mercedes-Benz Türk A.Ş.


Geschichtsträchtige Vergangenheit

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Der Teambus der Deutschen Frauen- und Männer-Fußball-Nationalmannschaft ist ein Mercedes-Benz Bus Travego M – „Made in Turkey“. Er ist ein Teil der Erfolgsgeschichte von Daimler Buses. Alle Mercedes-Benz-Omnibusse, außer der erfolgreich in Mannheim gebaute Citaro, werden seit dem 10. Juni 1995 im Daimler-Werk Bahçeşehir-Hoşdere gefertigt.

Die Omnibusproduktion im Mercedes-Benz Werk in Istanbul-Hosdere mit dem aktuellen Produktportfolio Mercedes-Benz Tourismo, Intouro, Travego, Setra UL business und Mercedes-Benz Connecto (li nach re).

Hoşdere ist ein Stadtteil der türkischen Metropole Istanbul und auf der europäischen Seite des früheren Konstantinopels am Bosporus gelegen. Enorm wichtig, im Besonderen in der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Gemengelage, ist dieser europäische Zugang zu dem Land Türkei. Obwohl sich nur drei Prozent der gesamten Landfläche der Türkischen Republik auf dem Europäischen Kontinent befindet. Im Sommer 1995 beginnt die Produktion im neu errichteten Omnibuswerk der MB Türk A.Ş.

Dabei kann Daimler auf eine bereits geschichtsträchtige Vergangenheit in der Türkei zurückblicken.

Unter dem Namen „Otomarsan A. Ş.“ (Otobüs ve Motorlu Araclar Sanayi) fungiert die Daimler-Benz AG seit 1966 mit einem 36 prozentigen Anteil an dieser türkischen Beteiligungsgesellschaft. Die Lizenz-Fertigung des legendären Bus-Typ O 302 startet 1968. Seitdem schließen sich weitere erfolgreiche Mercedes-Benz-Bus-Modelle der Produkthistorie an. Eine Erhöhung ihrer Anteile auf 50,3 Prozent vollzieht die Daimler-Benz AG 1989 und firmiert seit dem 11. November 1990 unter Mercedes-Benz Türk A.Ş.

V.l.n.r.: 20 Jahre Omnibuswerk der Mercedes-Türk in Hoşdere: Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses und CEO der EvoBus GmbH; Britta Seeger, Präsidentin und CEO Mercedes-Benz Türk und Dr. Martin Walz, Werkleiter Hoşdere und verantwortlich für die Busproduktion innerhalb Mercedes-Benz Türk A.Ş. vor dem 75.000sten Mercedes-Benz Travego S (Special Edition) und dem Mercedes-Benz O 403, der 1994 im Inlandsmarkt an den Start ging (im Exportmarkt als O 350 Tourismo bekannt).

Das sich stetig weiter entwickelnde Werk Hoşdere ist ein wesentlicher Baustein im gesamten Entwicklungs- und Produktionsverbund von Daimler Buses. Anfangs erzielt Mercedes-Benz Türk A.Ş. eine jährliche Fertigungskapazität in Höhe von 2.000 Fahrzeugen. Während sich die anfänglich überdachte Produktionsfläche auf 30.000 m² erstreckt und im Laufe der Jahre immer weiter ausdehnt. Das ist die Voraussetzung um die gesamte Prozesskette der Omnibusproduktion vom Rohbau, kathodischer Tauchlackierung, Innenausbau, Lackierung und Montage abzudecken. Seit dem 1. August 2015 führt Britta Seeger das operative Geschäft der Mercedes-Benz Türk A.Ş.

Folgende Zahlen sollen verdeutlichen, wie die heutige Daimler AG in der Türkei ihre Bus-Produktion bestreitet. Aktuell sind 139.000 m² Produktionsfläche Bestandteil des 360.000 m² großen Betriebsgeländes. Jährlich entstehen 4.500 Produktionseinheiten, Karosseriehüllen und Fahrgestelle bis hin zum fertigen Bus. Dazu zählen unter anderem „Intouro“, „Conecto“, „Tourismo“ und „Travego“, die Stadt-, Überland- und Reisebus-Baureihen, wie auch die Setra MultiClass Business-Überlandbusse des Tochterunternehmens von Daimler-Buses. Der „Tourismo“ ist mit einem Anteil von bisher 22.000 gefertigten Exemplaren das stärkste Modell im Portfolio von Mercedes-Benz Türk A.Ş.

MB Türk A.S. Hosdere - 2015 (2)

Etwa 3.300 Mitarbeitern bewerkstelligen die ihnen anvertraute Arbeit. Die hier entstehenden Fahrzeuge werden in annähernd 70 Ländern exportiert. Ihre Kunden in Westeuropa, darunter auch Deutschland, erreichen die Busse zuerst per Schiffsfracht und daran im Anschluss auf der Straße. Der Marktanteil in der Türkei beträgt 64 Prozent. Wie wichtig die Herstellung von Nutzfahrzeugen ist, insbesondere Omnibusse für die Türkei und ihre angrenzenden Länder und darüber hinaus, erkennt die Daimler-Benz AG schon sehr früh. Ein Grund für diese Feststellung ist, dass in der Türkei kein beachtenswertes Eisenbahnnetz vorhanden ist. Neben dem großen Güter- und Transportaufkommen besteht ein hoher Bedarf bei der Personenbeförderung. All das findet wie selbstverständlich auf den Straßen statt und eben nicht auf den Schienen.

Fussball Frauen - Nationalmannschaft: Uebergabe des neuen Mercedes-Benz Mannschaftsbusses an die deutsche Fussball-Frauennationalmannschaft, Frankfurt, 14. Januar 2015. - A new Mercedes-Benz Teambus is given to the German National Football women´s Team in Frankfurt/Main, January 14, 2015.

Seit dem Produktionsbeginn im Jahr 1968 verließen bis September 2015: 75.000 Busse die türkische Fertigungsstätte. Jeweils 16 Busse fertigen die Mitarbeiter täglich, in zwei Schichten je Arbeitstag, an sechs Werktagen pro Woche. Von dieser hohen Busproduktions-Stückzahl bleibt etwa ein Viertel im Land und die restlichen 75 Prozent stehen für den Export bereit.

Der hohe Qualitätsstandard während der Fertigung wird von der Belegschaft
sehr genau genommen.

Gleichzeitig überprüfen entsprechend geschulte Mitarbeiter einzelne Arbeitsschritte stichprobenartig. Anhand von Checklisten werden die fertigen Fahrzeuge von Meistern geprüft. Dazu gehört unter anderem eine sehr ausgiebige Probe- und Testfahrt. Diese absolvieren die Fahrer auf dem firmeneigenen Testgelände und auf Landstraßen rund um das Werk. Ein weiterer Bestandteil dieser Prozedur ist die Dichtigkeitsprüfung in der „Regenhalle“, einem wolkenbruchartigen Regenschauer nachempfundene Dauerberieselung mit Wasser. Im Vorfeld der Fertigung ist das Entwicklungsteam gefragt. Das hat seinen Platz in Hoşdere gefunden, von wo aus es auch alle Erprobungs- und Dauertests koordiniert und durchführt. Dies alles führt dazu, dass das Mercedes-Benz Türk A.Ş. Werk Hoşdere bisher ein wichtiger Produktionsstandort für die Daimler AG war und auch in der Zukunft sein wird.

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