Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Autos und Film: gesucht wird …


Mit Automatik und Schiebedach

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Wenn TV-Ermittler Mario Kopper alias Andreas Hoppe zum Einsatzort rast, dann meist in seiner 1972er-Fiat-130-Limousine mit Mafia-Optik. Der Fiat ist ein klassisches Filmauto. Echte Fiat-Fans schalten sogar extra Sonntagabend den SWR-Tatort Ludwigshafen ein, um das ehemalige Flaggschiff von Fiat fahren zu sehen. Er gehört der Produktionsgesellschaft und parkt zwischen den Einsätzen in der SWR-Tiefgarage in Baden-Baden.

Natürlich können TV-Produktionen nicht jedes Fahrzeug vorhalten. Deshalb hat sich in den vergangenen Jahren ein regelrechter Nischenmarkt für die Suche nach Filmautos entwickelt. In diversen Internetbörsen können Autobesitzer ihr Fahrzeug als Produktionsauto anbieten. Film fasziniert. Deshalb ist das Angebot mittlerweile größer als die Nachfrage. Gut 6.000 deutsche Autobesitzer hoffen derzeit, dass ihr Vehikel der nächste Tatort-Star wird.

Je nach Modell können zwischen 200 und 800 Euro pro Tag erzielt werden.

Um sein Auto erfolgreich an Produktionen anzubieten, sollte man ein paar Grundregeln beachten: Volvo läuft eigentlich immer. Fiat Punto und Ford Focus werden so gut wie nie angefragt. In Studentenfilmen kommen eher die Ente von Citroën oder ein Renault 4 zum Einsatz.

Ein Maserati kommt infrage, wenn ein seltenes Exemplar im Film gebraucht wird.

Viele Produktionen nehmen ausschließlich Fahrzeuge mit Automatik und Schiebedach: Der Darsteller soll sich voll und ganz auf den Rollentext konzentrieren können. Cabrioverdecke, Falt- und Schiebedächer sind für die Kameraleute wichtig, da durch das offene Dach Licht auf die Gesichter der Protagonisten gezaubert werden kann. Ältere Diesel fallen meistens durchs Bewerbungsraster, weil der laute Motorlauf die Tonaufnahmen stört.

Je exotischer ein Fahrzeug ist, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die TV-Produktion den Wagen nicht im Fundus hat. Derzeit besonders gesucht sind Panzer und Militärfahrzeuge. Wichtig: Im Vorfeld sollte unbedingt geklärt werden, wer fahren darf und ob Stunts erlaubt sind. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt den Abschluss einer Drehortversicherung, da Schäden bei Filmaufnahmen nicht unbedingt von der Vollkaskoversicherung abgedeckt sind.

Autos sind auch Repräsentanten einer Epoche, hier der Opel Kapitän, Baujahr 1954

Reich kann man von der Filmautovermietung nicht werden. Es ist allenfalls ein kleines Zubrot und ein stolzes Erlebnis, wenn das eigene Auto über die Kinoleinwand flackert. Wirtschaftlich lohnend ist der Kauf eines Filmautos meistens auch nicht: So wurde der goldene Subaru Legacy des TV-Fieslings Stromberg im Jahr 2009 über Ebay für 23.000 Euro versteigert. Inklusive Autogramm, Aktentasche, Schirm, Stromberg DVD-Set und Original Capitol Versicherungsaufkleber am Heck. 2015 tauchte das Filmauto (ohne HU) wieder bei Autoscout24 auf: Diesmal nur noch für 1.550 Euro. Der Stromberg-Film ist ein alter Hut.

www.filmauto.de
besitzt rund 100 eigene Fahrzeuge, keine Möglichkeit eigene Autos online einzustellen.

www.film-autos.com
einmalige Anmeldegebühr von 19 Euro. Nach eigenen Angaben gibt es für einen Vermieter 200–800 Euro/Tag, größter Anbieter mit 3.500 Autos im Fundus.

www.carsformovies.de
ohne Anmeldegebühr, 2.000 Autos im Fundus, Organisation von Fahrzeuglogistik möglich.

www.spielmobil.tv
eigener Fuhrpark von ca. 200 Fahrzeugen. Von der Barkasse bis zum Motorroller. Keine Anmeldegebühr.

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